Vermischtes Wenn bei der „Stutensoppen“ die Zwiebeln zu dick sind...

25.12.2002, 23:00 Uhr

Eine Veranstaltung im Jahr 2002 fehlt doch noch? Richtig. Die Tage „zwischen den Jahren“ wären für manchen Westerkappelner wohl ziemlich trostlos, wenn er „seine Stutensoppen“ nicht bekäme. Soll er haben, und das morgen Abend sogar als Jubiläums-Mahlzeit: Zum 25. Mal lädt der Kultur- und Heimatverein zum Gaumenschmaus der besonderen Art ein.

Der „Urheber“: Manche nennen ihn den „Erfinder des Stutensoppen-Essens“. Horst Dormann, Schriftführer des Kultur- und Heimatvereins, weist die Urheberrolle bei seiner Bescheidenheit natürlich weit von sich. Sicher, er habe vor 25 Jahren im Kreise des Vorstandes des Kultur- und Heimatvereins die Anregung gegeben, „als gemeinsames Jahresabschlussessen Stutensoppen anzubieten“. Und Grünkohlessen habe es auch schon damals genügend gegeben. „Da passte Stutensoppen.“

Der „Tatort“: Die Gaststätte Brockmann gehörte 21 Jahre lang zum „Stutensoppen“-Essen wie der Kirchturm zur Westerkappelner Stadtkirche. Leider gaben die Brockmanns ihren Betrieb auf, und kurzzeitig bangten die Kultur- und Heimatfreunde auch um die Fortsetzung ihres Traditionsessens. Die Ängste waren unbegründet. Seit der 22. Auflage der Veranstaltung werden im „Langenbrücker Hof“ die Köstlichkeiten serviert, bislang ohne Beanstandungen.

Pleiten, Pech und Pannen? Nun, die gibt es eigentlich gar nicht. Vielleicht nur einige kleine Schönheitsfehler, „so waren dem einen oder anderen mal die Zwiebeln zu dünn oder gar zu dick“, berichtet „Pressechefin“ Christa Hartmann. Manche Programmpunkte hätten auch nicht den Geschmack des Publikums gefunden. Erinnern wir wir uns nur an das Jahr 2001: Heinz Wietholt, Heimatsänger und Autor aus Coesfeld, präsentierte plattdeutsche Lieder, Witze und Geschichten, leider auf Coesfelder Art und Coesfelder Platt. Warum leider? „Coesfelder und Cappelner Platt sind sehr unterschiedlich“, klärten die Insider auf.

Gut, aber ansonsten ist bei der Recherche unter der Rubrik „Pleiten, Pech und Pannen“ doch herzlich wenig zu finden, außer vielleicht noch einige Rutschpartien auf den glatten Wegen auf dem Weg zu den Lokalitäten. Schließlich steht auch noch der im vergangenen Jahr in der Wiese versackte Pkw des Schriftführers zu Buche...Die Jubiläums-Mahlzeit: Um 19.30 Uhr wird sie morgen Abend im „Langenbrücker Hof“ eröffnet. „Wir rechnen mit einem ausverkauften Haus“, sagt Christa Hartmann. Dass es sich diesmal um eine besondere Veranstaltung handelt, zeigt ein Blick auf das „Beiwerk“. So haben sich der „Kiepenkerl-Chor“ aus Nordwalde und Heinz Twiehaus als „Westerkappelner Junge“ im Rahmenprogramm angesagt. Ebenso will ein musikalisches Sextett, über die endgültige Zusammensetzung wird noch geschwiegen, das „Stutensoppen-Lied“ zum Besten geben. Weitere Überraschungen sind geplant...

Zum guten Schluss - das Rezept: Denn es gibt dem Vernehmen nach nur ein wahres „Stutensoppen“-Rezept, verraten von Anni und Albert Brockmann: „Man koche geräucherten Brustkern, geräucherte dicke Rippen, Mettwurst und mache hiervon eine würzige Brühe. Man schneide westfälischen Bauernstuten in Würfel, dünste reichlich Zwiebeln in Brühe und Fett, übergieße die Brotwürfel mit der Brühe, gebe reichlich Zwiebeln darüber und überbacke alles im Backofen. Zu guter Letzt reiche man das Fleisch dazu.“ Na denn, Mahlzeit.