Vermischtes Weitere Fakten, erst dann das Für und Wider abwägen

05.10.2005, 22:00 Uhr

Die CDU-Fraktion im Wallenhorster Gemeinderat will weitere Fakten. Erst dann könne endgültig entschieden werden, ob ein neues Baugebiet an der Lechtinger Mühle Sinn macht. Mit den Stimmen der Gruppe Christdemokraten erteilte der Fachausschuss Planen, Bauen, Umwelt der Gemeindeverwaltung den Auftrag, detailliert in die Planung einzusteigen. Die Gruppe SPD/Grüne lehnt ein Wohngebiet mit derzeit kalkulierten rund 90 Einheiten weiter komplett ab.

Fünf Aspekte nannte Fraktionssprecher Hubert Bartke, die für ein genaues Bild der Lage notwendig seien: die verkehrliche Anbindung, eine mögliche Erweiterung des Plangebietes auf eine östlich angrenzende Splittersiedlung, die Belange der Mühle und des Mühlenvereins, eine Umlage der Planungskosten und die Verlegung des Grünabfallsammelplatzes. Zur Debatte stand eigentlich eine Änderung des Flächennutzungsplans, nun will die CDU parallel einen Bebauungsplan aufstellen lassen. Somit könnten die weitergehenden Fragen gleichzeitig untersucht werden. "Dann können wir entscheiden, ob Für und Wider in Einklang zu bringen sind", erklärte Hubert Bartke.

Beispiel Verkehr: "Es ist nicht vorstellbar, dass ein neues Baugebiet über die Mühlenstraße angebunden werden soll." Da müssten andere Überlegungen angestellt werden, erläuterte der CDU-Fraktionschef weiter. Und die Lösung dafür läge mit Blick auf die Nähe zur L109 auf der Hand.

Beispiel Grünabfallsammelplatz am Peddenpohl: "Der kann da nicht bleiben", meinte Bartke. Schon jetzt herrschten zuweilen chaotische Zustände, die Autoschlange reiche an manchem Samstag bis zur Ruller Straße.

"Dieses einzigartige Pfund, mit dem wir auch nach außen wuchern, sollten wir nicht aufgeben", mahnte Guido Pott als Sprecher der Gruppe SPD/Grüne an. Der Blick auf die Lechtinger Mühle müsse frei bleiben. Für CDU-Ratsherr Alfred Lindner eine "nicht nachvollziehbare Blockadepolitik". Es gehe auch um die Auslastung von Schulen und Kindergärten. Die Lechtinger Vereine würden von neuen Bürgern profitieren, und nicht zuletzt gehe es um Arbeitsplätze bei Handwerksfirmen aus der Region.

Konter von Guido Pott: "Natürlich sind wir nicht dagegen, dass Neubürger zu uns kommen." Dafür müssten jedoch nicht neue Baugebiete wie hier an der Mühle ausgewiesen werden. Die bestehenden Siedlungsbereiche sollten vielmehr nachverdichtet werden. Dagegen wiederum Hubert Bartke: "Wenn man sich die Gemeinde anschaut, stellt man fest, dass es da nicht mehr viel nachzuverdichten gibt." Zudem könne er sich vorstellen, dass ein Baugebiet dieser Größenordnung nicht in einem Zuge, sondern in Abschnitten realisiert werde.

Den Vorschlag der CDU unterstützte auch der fraktionslose Ratsherr Hans Stallkamp: "Ich habe damals gegen die Pläne gestimmt, weil die Herangehensweise falsch war." Das habe sich jetzt geändert.