Vermischtes Wacklige Begründung

08.07.2009, 22:00 Uhr

Auch für ein reiches Unternehmen wie Eon sind 533 Millionen Euro ein Batzen Geld. Die europäische Wettbewerbsbehörde hat dem Versorger und seinem französischen Partner GdF Suez mit 1,1 Milliarden Euro eine saftige Strafe aufgebrummt. Kein Wunder, dass beide sofort angekündigt haben, diese Frage vor Gericht klären zu lassen.

Auch wenn die EU-Kommission mit ihrem Vorgehen vielleicht noch auf etwas wackligem Boden steht: Es ist richtig, dass sie überhaupt zur Tat geschritten ist. Frühere Verfahren gegen die großen Versorger endeten bisher meist mit einem Deal. Die Unternehmen standen so nicht im Lichte der Öffentlichkeit, das jeweilige Vergehen, das ihnen zur Last gelegt wurde, wurde damit auch nicht in aller Breite diskutiert.

Wacklig ist die Begründung der Kommission deshalb, weil die angebliche Absprache der Konzerne bis ins Jahr 1975 zurückreicht, also in eine Zeit, in der die Märkte noch nicht liberalisiert waren. Die Strafe aber bezieht sich auf die Zeit danach. Ob die Unternehmen wirklich ganz koscher gehandelt haben, müssen sie jetzt vor Gericht nachweisen. Solange gilt natürlich die Unschuldsvermutung.

Bisher sind die Wettbewerbshüter meist vor der Macht der Konzerne zurückgeschreckt. Jetzt wollen sie ihnen offenbar beweisen, dass sie es ernst meinen.