Vermischtes Voraussetzungen, von denen andere nur träumen können

23.07.2009, 22:00 Uhr

Hohes Lob hat die Samtgemeinde (SG) Lathen bei der Übergabe einer Expertise zur Entwicklung der SG bis zum Jahr 2025 erhalten. Das Gutachten hatte das Pestel-Institut in Hannover erstellt. „Für eine gedeihliche Entwicklung werden hier Voraussetzungen geboten, von denen andere nur träumen können“, erklärte Institutsvorstandsmitglied Matthias Günther.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der wachsenden Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung hat die Samtgemeinde Lathen in Zusammenarbeit mit dem Eduard-Pestel-Institut für Systemforschung ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das Handlungsmöglichkeiten aus inneren Zusammenhängen erschließt. Eingebunden waren neben den Mandatsträgern der SG und der Mitgliedsgemeinden auch die Bürger, die sich auf mehreren öffentlichen Versammlungen mit Anregungen und Kritik einbringen konnten.

In den ersten Schritten ging es darum, über eine „Stärken-Schwächen-Analyse“ Projekte zu entwerfen, durch die eine positive Entwicklung erreicht werden kann. Die Experten des Institutes und die SG sind sich einig, dass sich die Einwohnerzahl bis zum Jahre 2025 von derzeit gut 11000 auf rund 14000 erhöhen und die Zahl der Arbeitsplätze von zurzeit rund 2100 auf über 3000 steigen muss, um die Selbstständigkeit der Mitgliedsgemeinden und der SG auf Dauer zu gewährleisten.

Experte Günther sah dieses Ziel bei der Abschlussbesprechung „durchaus im Bereich des Möglichen“ und verwies auf die Analyse der Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren. Unter den 327 Kreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens, so Günther, liege das Emsland bezüglich der Arbeitsplätze mit einem Plus von 43 Prozent auf Rang 14. Umso höher sei der fünfte Platz der SG Lathen unter den 19 Städten und Kommunen des Landkreises Emsland einzuschätzen.

Bei der Bevölkerungsentwicklung rangiere die SG mit einem Zuwachs von 37 Prozent im Emsland auf Platz drei. Wesentliche Bausteine zur Steigerung der Einwohnerzahl seien ein attraktives Grundzentrum und Mitgliedsgemeinden mit höherer Lebensqualität.

Um die Zukunft der Samtgemeinde zu sichern, soll laut Pestel-Institut auch die überregionale offensive Vermarktung des Industriegebietes an der A31 voranschreiten. „Nur wer Arbeitsplätze zu bieten hat, wird überregionale Zuwanderungen realisieren können“, erklärte Günther. Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber und der Erste Samtgemeinderat Hans Albers betonten, dass die Expertise „nicht für die Schublade angefertigt“ worden sei. Beide verwiesen auf einen Beschluss des SG-Rates, wonach die Verwaltung zügig mit der Umsetzung der Vorschläge beginnen solle. Das Arbeitsspektrum reiche von der Verwirklichung der Pläne für ein Ferienhausgebiet über eine zukunftsorientierte Wohnungsbauentwicklung bis zur Erhaltung der Grundschulen in den Mitgliedsgemeinden.