Vermischtes Vor 30 Jahren stürzte Militärjet ab

10.07.2009, 22:00 Uhr

Juli 1979, gegen 14 Uhr: Es ist ein heißer Sommertag. Plötzlich zerreißt eine Explosion die mittägliche Ruhe. Am Himmel steht eine große Rauchwolke. Östlich der Dorfmitte von Hollenstede, nur wenige Kilometer vor Fürstenau, stürzt ein britischer Jagdbomber ab und zerschellt auf einer Wiese auf dem Losekamp.

Man ist den Lärm der tief fliegenden Militärflieger gewöhnt. Mitten im Kalten Krieg zeigen Bundeswehr und die alliierten Nationen Präsenz. Sie proben für den Ernstfall und schützen die westliche Welt. Mit ohrenbetäubendem Krach fliegen die schnellen und wendigen Flugzeuge fast täglich über Städte und Dörfer im Land, und zwar so tief, dass die Bewohner glauben könnten, sie kratzen die Dachspitzen und Schornsteine an.

Aber diesmal wird den Menschen bewusst, welche Gefahr von ihnen ausgehen kann. Kinder, die an ihren Schreibtischen über den Hausaufgaben brüten, beobachten den trudelnden und brennenden Jet am Himmel, so berichtet Adelheid Determann von ihrer Tochter. Und auch die Nachbarkinder im Hause Greskamp machen diese Beobachtung.

Die Sommerferien beginnen im Jahre 1979 erst eine Woche später. Gleich neben dem Hof der Familie Determann auf einer Wiese geht die aus Gütersloh stammende Maschine nieder. Die Trümmerteile verteilen sich weitläufig. Pilot und Kopilot verlieren ihr Leben. Rettungskräfte finden sie festgeschnallt in ihren Schleudersitzen auf einem Acker, berichtet das Bersenbrücker Kreisblatt am nächsten Tag.

Bis heute munkeln die Leute, der Pilot habe die Maschine absichtlich auf das gering besiedelte Gebiet gelenkt, um die Stadt Fürstenau vor einer Katastrophe zu bewahren. Dabei lässt er sein Leben, denn es fehlte ihm bei diesem riskanten Manöver die Zeit, das Flugzeug rechtzeitig zu verlassen. Der Kopilot folgt ihm in den Tod.

Schnell sind die ersten zivilen und militärischen Rettungskräfte vor Ort. Ein weiteres Großaufgebot folgt. Viele Schaulustige finden sich ein. Das Gebiet wird weiträumig abgesperrt. Die Briten beziehen Quartier auf dem Hof Determann. Vier Wochen brauchen sie, berichtet Werner Determann, um das Gebiet rund um die Absturzstelle abzusuchen. Er kommt gegen 15.30 Uhr von der Arbeit und ist im Ungewissen über das Schicksal seiner Familie. Aber wie durch ein Wunder sind keine zivilen Opfer zu beklagen. Schäden an den umstehenden Gebäuden gibt es nicht. Eine Familie aus den Niederlanden, die in unmittelbarer Nähe einige unbeschwerte Urlaubstage in einer Ferienwohnung verbringt, kommt mit dem Schrecken davon.