Vermischtes Vom Strauch in Mund und Topf

16.07.2009, 22:00 Uhr

Viele Kinder, so unterstellen es Erwachsene oftmals, wissen heutzutage kaum noch, wie ein Johannis- oder Stachelbeerstrauch aussieht. Die Ferienpassaktion „Beerenstarke Früchte“ des Heimatvereins Kloster Oesede, an der an zwei Nachmittagen jeweils 16 Kinder teilnahmen, belegte jedoch eher das Gegenteil.

Bei der je vier Stunden langen Aktion machten sich die „Beerenbändiger“ zunächst in einen Bauerngarten am Rand des GMHütter Stadtteils auf. Die Erwachsenen erklärten ihnen dort nicht nur die Obstpflanzen – auch Kartoffeln, Salate und Erbsen gehörten zur Besichtigungstour. Und die Stichprobe belegte: Der Nachwuchs im Alter von 8 bis 13 Jahren kannte das Obst sehr wohl. Und auch die landläufige Meinung, dass Kinder so etwas nicht essen wollten, bestätigte sich vor Ort nicht. Selbst die eher sauren Johannisbeeren fanden schnell den Weg vom Strauch in die Münder.

Im Anschluss an den Gartenbesuch ging es für die Kinder an den Herd. In der Schulküche der Sophie-Scholl-Schule in Kloster Oesede machte sich der Nachwuchs daran, die „Beerenstarken Früchte“ zu kleinen Leckereien zu verarbeiten. „Dabei kommt es uns vor allem darauf an zu zeigen, dass gesundes Essen auch lecker sein kann“, erklärte Gertrud Sielschott vom Heimatverein.

In Kleingruppen mit jeweils zwei Erwachsenen und vier Kindern backten die Obstkinder einen kleinen Kuchen, den sie im Anschluss mitnehmen konnten. Das selbst gemachte Eis nutzten die Organisatorinnen, um im Vergleich zu zeigen, wie viel Zucker sonst in der handelsüblichen Kaltspeise steckt. Zum Abschluss kochten die Teilnehmer noch Himbeermarmelade selbst ein.

„Ich fand, die Aktion klang interessant, und habe mich deshalb dafür angemeldet“, lautete das Urteil der Ferienkinder. Eine „Blindverkostung“, bei der der Nachwuchs die Beeren mit verbundenen Augen lediglich am Geschmack erkennen sollte, gehörte schließlich auch noch zu der Aktion. Selbst hier glänzten die „Beerenkenner“, obwohl sie nicht alle Früchte richtig errieten.