Vermischtes Unglücksrabe Hansen: Volles Risiko gegangen

27.07.2009, 08:05 Uhr

Die Kopfschmerzen nach dem Zusammenprall mit Marco Calamita waren schon kurz nach dem Spiel vergessen, der Ärger über die unnötige 0:1-Niederlage in Braunschweig nicht. „Im Endeffekt muss man sagen, dass wir nicht clever genug waren. Man muss den Ball hinten rausdreschen“, fasste Tobias Nickenig gestern seine Enttäuschung zusammen.

Der Abwehrspieler hatte nach gut einer halben Stunde bei dem Kopfballduell eine Platzwunde am Kopf erlitten und musste mit „Turban“ spielen. „Davon spüre ich nichts mehr. Am Samstagabend hat mir noch ein bisschen der Schädel gebrummt“, sagte Nickenig, dessen Einsatz morgen gegen Werder Bremen II nicht gefährdet ist. Genäht werden musste die Wunde nicht. Weh tat eigentlich nur das Ergebnis von Braunschweig. Alle VfLer sprachen von einem verlorenen Punkt. „Es war total unnötig, hier mit einer Niederlage vom Platz zu gehen. Wir hatten zwei klare Chancen, die wir nicht genutzt haben“, meinte VfL-Sportdirektor Lothar Gans. Für Unglücksrabe Niels Hansen, der den Elfmeter mit seinem Foul an Marc Pfitzner verursacht hatte, war der folgenschwere Einsatz unvermeidlich. „Der Torwart war ausgespielt. Ich wollte versuchen zu klären und bin volles Risiko gegangen“, beschrieb der defensive Mittelfeldspieler seine Aktion. „Uns fehlt noch ein bisschen die Feinabstimmung“, erklärte Nickenig.Die Niederlage war ärgerlich, soll aber keine Spuren hinterlassen. „Jetzt müssen wir den kleinen Fehlstart gegen Werder Bremen II am Dienstag wieder wettmachen“, hofft VfL-Trainer Karsten Baumann auf eine Trotzreaktion. Tobias Nickenig warnt vor den Weser-Bubis, die mit dem Ex-Osnabrücker Addy Menga kommen. „Zweite Mannschaften von Bundesligisten sind wie Wundertüten. Vieles hängt bei denen von der Tagesform ab. Mal können die dich an einem guten Tag an die Wand spielen, es kann aber auch so gut wie nichts gelingen.“ Auch Niels Hansen mahnt zur Vorsicht. „Die Spieler von solchen Teams sind meist technisch versiert und schwer einzuschätzen. Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen“, fordert der gebürtige Flensburger, der nach der Niederlage in Braunschweig vor dem morgigen Spiel gegen Bremen II keinen großen Druck verspürt. „Wir haben den Anspruch, oben mitzuspielen. Dann müssen wir auch mit solchen Situationen fertig werden.“