Vermischtes Trotz Schnee und Frost kein Negativrekord im März

14.03.2006, 23:00 Uhr

"Wann wird's mal wieder richtig Sommer?", sang einst Rudi Carell. Die Bürger des Altkreises fragen sich gerade eher, wann es denn endlich Frühjahr wird. Auch Mitarbeiter der Wetterwarte an der Teichstraße können diese Frage nicht beantworten. Aber sie wissen, dass dieser Winter einer der kältesten seit langer Zeit ist.

'"'Dieser Monat kann der kälteste März seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Lingen werden'"', sagte die Leiterin der Wetterwarte, Silvia Golke, im Gespräch mit unserer Zeitung. '"'Im Moment liegt die Durchschnittstemperatur bei minus 4,7 Grad'"', erklärte sie. Den kältesten März in Lingen gab es im Jahr 1958, als das Thermometer im Durchschnitt nicht über 1,2 Grad Celsius kletterte, plus wohlgemerkt. Im langfristigen Mittel, das aus den Messwerten von 1961 bis 1990 errechnet wurde, hat der März im Durchschnitt eine Temperatur von 4,8 Grad Celsius gehabt, eine Marke, die dieser Monat wohl nicht mehr erreichen wird.

'"'Es muss aber nicht so schlimm kommen'"', warf ihr Kollege Augustin Winterberg ein. Im letzten Jahr war es schließlich zu Beginn des dritten Monats ähnlich kalt, in der zweiten Hälfte hatten die Temperaturen aber stark angezogen. '"'Da muss es aber noch ganz schön hart weitergehen, um den Negativrekord zu erreichen!'"'

Auch, wenn die Wetterdiensttechniker uneins sind mit ihren Prognosen, sind sie sich doch einig, dass es noch wesentlich schlimmer kommen könnte: Am 16. Februar 1956 fiel das Thermometer auf minus 20,5 Grad Celsius. Und auch der Winter an sich bricht noch keine Rekorde. Den kältesten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnung gab es nämlich im Jahr 1963, und in den letzten zehn Jahren herrschten die niedrigsten Temperaturen 1996 Aber im Moment, der Winter dauert schließlich noch an, folgt die aktuelle kalte Jahreszeit auf Platz zwei.

Für eine Feststellung aber brauchten die Fachleute weder ihre Messinstrumente noch ihren Erfahrungsschatz: '"'Wir haben auf jeden Fall Erkältungswetter'"', seufzte Frau Golke und zückte ein Taschentuch.

(Siehe auch S. 17.)