Vermischtes Training unter realen Bedingungen

20.07.2009, 22:00 Uhr

Die Atemschutzgeräteträger der freiwilligen Feuerwehren Achmer und Bersenbrück absolvierten ein Training in der Rauchdurchzündungsanlage (RDA) der Berufskollegen in Osnabrück.

Für die Achmeraner Brandschützer war es bereits der zweite Termin, sodass sich in diesem Jahr insgesamt elf Atemschutzgeräteträger der Ortsfeuerwehr fortgebildet haben. Neben den Teilnehmern aus Bramsche nutzten Einsatzkräfte der Feuerwehren aus den Osnabrücker Stadtteilen Voxtrup und Neustadt sowie Mitglieder der Feuerwehr Bersenbrück das Angebot, einmal unter realen Bedingungen Einsatzgrundsätze trainieren zu können.

Alleine im vergangenen Jahr waren deutschlandweit mindestens 31 verletzte und zwei getötete Atemschutzgeräteträger zu beklagen, daher wird die Realbrandausbildung immer wichtiger.

Die Realbrandausbildung ist die moderne und notwendige Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern für die Brandbekämpfung in Gebäuden. Die Feuerwehrleute werden dabei mit echtem, realem Feuer konfrontiert, um sich somit möglichst praxisnah bei gleichzeitiger Beibehaltung sicherer Bedingungen auf den realen Einsatz vorzubereiten.

In Ergänzung zur traditionellen Ausbildung gibt ein solches Realbrand-Training den Einsatzkräften eine gewisse Handlungssicherheit und hilft Unfälle mit häufig schwerwiegenden Folgen zu verhindern. Das praktische Training umfasste jeweils zwei Durchgänge in dem feststoffbefeuerten Brandübungscontainer der Osnabrücker Berufsfeuerwehr.

Während des ersten Übungsdurchgangs konnte zunächst der typische Brandverlauf beobachtet werden, um im Einsatzfall die Brandentwicklung richtig einschätzen zu können. Im weiteren Verlauf wurden mehrere Rauchdurchzündungen provoziert.

Der erste Durchgang diente außerdem der Gewöhnung an die Hitzeentwicklung. So konnten die Teilnehmer unter realen Bedingungen die Wirkung und Grenzen ihrer Schutzkleidung kennenlernen.

Im zweiten Teil des Tages wurde das richtige Öffnen einer Brandraumtür inklusive der Rauchgaskühlung sowie das korrekte Verhalten bei einer Durchzündung trainiert. Ein weiteres Ausbildungsziel ist die Anwendung der hydraulischen Ventilation gewesen, bei der mithilfe eines Hohlstrahlrohres ein Raum von Rauch und Hitze befreit wird. Ergänzend zu der praktischen Ausbildung fand Anfang Juni zudem ein theoretischer Ausbildungsdienst im Feuerwehrhaus Achmer statt.

Der Diplomingenieur der Sicherheitstechnik, Jan Südmersen, ist Brandamtmann bei der Berufsfeuerwehr Osnabrück und machte das „Extreme Brandverhalten“ zum Thema. Anhand zahlreicher Einsatzbeispiele sind unterschiedliche Szenarien und Problemlagen dargestellt sowie entsprechende Lösungswege aufgezeigt worden.

Unter den Teilnehmern waren 13 Feuerwehrleute aus Emsdetten aus dem Landkreis Steinfurt, die ebenfalls ein Training in der RDA Osnabrück gebucht hatten.