Vermischtes Tarifabschluss geht in die Million

28.07.2009, 22:00 Uhr

Nach dem Tarifabschluss für die kommunalen Beschäftigten in Kindertagesstätten und Sozialeinrichtungen hat in der Stadt das große Rechnen begonnen. Welche Mehrkosten genau auf die Stadt zukommen, wird voraussichtlich erst am Freitag feststehen.

Die 17 Seiten umfassende Vereinbarung sieht neue Entgelteordnungen und Einstufungen vor, die zum Teil so detailliert sind, dass nach Auskunft des Fachbereichs für Kinder, Jugendliche und Familien jede einzelne Stelle auf die neue Einordnung und Bezahlung überprüft werden muss. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der Erzieherinnen und Sozialpädagogen Teilzeit arbeiten.

In den neun städtischen Kitas sind etwa 110 Erzieherinnen beschäftigt. Bei der pauschal genannten Gehaltserhöhung von 120 Euro im Monat würde dies 158400 Euro jährliche Mehrausgaben bedeuten. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, denn außer den neun städtischen Einrichtungen gibt es in Osnabrück 61 weitere Kitas: 21 in Trägerschaft der katholischen Kirche, 19 in Trägerschaft der evangelischen Kirche und 21 unter der Regie verschiedener Träger von der Arbeiterwohlfahrt bis hin zu Elterninitiativen. Auch für diese Einrichtungen zahlt die Stadt fast alle Personalkosten.

Bei einigen der freien Träger gibt es Vertragsklauseln, wonach der Personaltarif dem im öffentlichen Dienst automatisch angeglichen wird. Zudem geht die Stadt davon aus, dass wie in früheren Jahren auch die kirchlichen Träger die Entgelte ihrer Beschäftigten ebenfalls nach oben anpassen. Pi mal Daumen würde das allein für die 40 kirchlichen Kitas weitere 700000 Euro mehr pro Jahr bedeuten.

Der neue Tarifvertrag betrifft zudem Beschäftigte in städtischen Sozialeinrichtungen. Darunter fallen sicher die 40 Sozialpädagogen des Sozialen Dienstes. Unklar ist derzeit noch, ob auch weitere Sozialarbeiter in den Zentren und Einrichtungen der Jugendberufshilfe ab November mehr Gehalt bekommen.

Die Tariferhöhung schlägt sich auch bei den im Kindertagesstättenplan errechneten Kosten nieder. Um die im Kinderförderungsgesetz vorgeschriebenen Betreuungsangebote machen zu können, rechnet die Stadt ab 2013 mit einer jährlichen Steigerung der Betriebskosten um 7,2 Millionen Euro. Davon sind 113000 Euro Personalkosten. An Investitionskosten für weitere Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze muss die Stadt bis 2013 fast 12,5 Millionen Euro aufbringen.