Vermischtes Stromtrasse: Proteste auch aus Alfhausen

30.11.2004, 23:00 Uhr

"Gehrde hat schon getrommelt, auch wir haben Protest geäußert", bezog sich Alfhausens Bürgermeister Klaus Wübbolding während der jüngsten Ratssitzung darauf, dass eine geplante riesige Hochspannungsleitung auch durch Alfhausen verlaufen könnte.

Westlich der Bundesstraße 68 solle das Leitungsnetz, das dann Strom von der Küste bis ins Ruhrgebiet befördere, verlaufen, so Wübbolding. Über Woltrup-Wehbergen kommend beabsichtigte man, die Trasse in Richtung Thiene und Balkum weiterzuführen. Dabei sei von einem sechs Kilometer breiten Suchkorridor die Rede. Die Samtgemeinde wolle koordinieren und noch in diesem Jahr eine Versammlung ansetzen, um die Proteste zu bündeln, kündigte Wübbolding an.

Wenig Hoffnung auf Erfolg von Einsprüchen verhieß dabei eine Anmerkung von Ratsherr Dr. Hermann Meyer (CDU). So könne der Landkreis zwar eine Erdverkabelung festschreiben, sagte Meyer, das Land Niedersachsen jedoch rechtlich darüber hinweggehen.

Um Windenergie ging es in der Ratssitzung dann nochmals, wenn auch aus anderer Perspektive. "Es tut sich was" im geplanten Windpark in Thiene-Balkum, kündigte Wübbolding dort erste "Windmühlen" für Ende 2005 oder Anfang 2006 an.

Von einer "ein wenig verbesserten finanziellen Situation" sprach der Bürgermeister, als er den Nachtragshaushalt 2004 vorstellte und dabei auf einen "zwar geringeren aber dennoch hohen" Fehlbedarf von 149600 Euro im Verwaltungsetat verwies. Bei einer Summe von 222600 Euro hatte der alte Fehlbetrag gelegen.

Mehrausgaben unter anderem für Jugendarbeit, Kindergarten, Hallenbad und Flurbereinigung standen dabei Mehreinnahmen aus Grund- und Gewerbesteuer gegenüber. Im Vermögenshaushalt waren Mehrausgaben unter anderem für Kindergarten- und Sportlerheimbau, für Dorferneuerung und Erschließung im Gewerbegebiet an der Heeker Straße zu Buche geschlagen. Der Rat stimmte dem Nachtragshaushalt ohne Gegenstimmen zu. Der Etat 2005 wird erst in der nächsten Ratssitzung vorliegen. In puncto Steuersätze und Einnahmen gibt es laut Bürgermeister noch Klärungsbedarf.