Vermischtes Straßenbauer sind jetzt 16 Meter tiefer

07.03.2008, 23:00 Uhr

Sieben Monate haben die Straßenbauer gebraucht - für 16 Meter. Das klingt nach Schneckentempo, ist tatsächlich aber eine Meisterleistung. Trotz schlechtester Wetterbedingungen ist es gelungen, die 16 Meter tiefe Schneise für die neue vierspurige Bundesstraße 68 durch die Kuppe des Penterknapp zu graben.

"Von Mitte November bis Anfang Februar gab es auf der Baustelle eine Zwangspause", sagt Bauleiter Thomas Oeljeklaus. Der Winter war nicht kalt genug. Auf gefrorenem Boden hätten die schweren Bagger und Lastwagen problemlos fahren können, auf matschigem Grund geht das allerdings nicht. In der einzigen Frostperiode über Weihnachten hatte die Baufirma Betriebsferien. Rechtzeitig geschafft haben es die Straßenbauer trotzdem. Wann immer es möglich war, haben beispielsweise riesige Trecker mit Anhängern anstelle der Lastwagen den Bodenaushub abtransportiert. Und etwas Glück gehört auch dazu: Der gigantische Bagger, der sich durch die Bergkuppe zwischen dem Ausflugslokal und Bramsche gefressen hat, ist nämlich nicht auf harte Felsschichten gestoßen.

Der größte Teil der Bodenmassen, die aus dem Berg gekratzt worden sind, ist wenige Hundert Meter weiter in einem anderen Streckenabschnitt als Fundament für die Fahrbahn wiederverwendet worden. Unterhalb des Kaffeehauses Penterknapp ist für die neue Bundesstraße teilweise ein Damm errichtet worden. Nach Schätzungen der Straßenbauer sind wohl 250000 Kubikmeter an der einen Stelle abgetragen und irgendwo anders in der Baustelle wieder aufgeschüttet worden. Dafür braucht man rund 25000 Kipper-Lkw. Insgesamt 28 Meter breit wird die vierspurige Trasse einschließlich Standstreifen und schmalem Grünstreifen direkt neben der Fahrbahn werden. Demnächst wird der Schotteruntergrund mit einer Mischung aus Sand und Zement verfestigt.

Bis spätestens Anfang 2009 soll die neue B68 auf dem knapp drei Kilometer langen Stück zwischen Wallenhorst und Bramsche endgültig fertig sein. Und zwar ohne dass sich dabei Baustellenfahrzeuge und bis zu 24000 durchfahrende Autos pro Tag gegenseitig in die Quere kommen. Zu mehrtägigen Sperrungen und Umleitungen soll es bis zur Freigabe des Verkehrs auf der neuen Trasse übrigens nicht mehr kommen.

Damit die Wanderer des Friesenweges ab dem nächsten Jahr ihre Ausflüge nicht an der Böschung der autobahnähnlichen B68 beenden müssen, wird eine Brücke über die Schneise gebaut. Auch für den Landwirt, der seinen Hof ganz in der Nähe hat und seine Felder auf der anderen Seite der viel befahrenen Verkehrsader mit seinen landwirtschaftlichen Fahrzeugen erreichen können muss.