Vermischtes Startschuss für Tecnopedia

09.07.2009, 22:00 Uhr

Den Umfang von Wikipedia wird „tecnopedia“ wohl nicht erreichen. Dennoch: Der offene Ansatz des IHK-Wissensportals für Unternehmer, Schüler, Lehrer, Eltern, Lehr- und Forschungseinrichtungen ist vergleichbar. Mit der Georgsmarienhütte GmbH konnte die IHK Osnabrück-Emsland nun einen starken Partner für das bundesweite Internetprojekt gewinnen.

Harald Schartau denkt auch in den Ferien an Schule und Ausbildung. Der Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Personal der Georgsmarienhütte stellt im aktuellen Lehrjahr wieder 35 Auszubildende ein. Trotz Wirtschaftskrise wolle das Unternehmen in Sachen Ausbildung nicht nachlassen. Schüler, Lehrlinge und Studenten seien schließlich die Fachkräfte von morgen, weiß Schartau. Allerdings, so beklagt er, kämen auf die freien Ausbildungsplätze in den technischen Berufen weitaus weniger Bewerbungen als auf jene im kaufmännischen Bereich. Er und sein Kollege Christian Bloom, Geschäftsführer der Berufsbildungsgesellschaft der Georgsmarienhütte, führen dies vor allem auf Informationsdefizite zurück. Bloom: „Den meisten Jugendlichen sind die vielfältigen Karrieremöglichkeiten in den Technikberufen viel zu wenig bekannt.“ Dem wirkt das Stahlwerk beispielsweise mit „Azubis werben Azubis“ entgegen.

Das Projekt, bei dem Auszubildende in Schulklassen ihre gewerblich-technischen Ausbildungsberufe vorstellen, ist eines von vielen Informationsangeboten der Georgsmarienhütte, die nun über „tecnopedia“ im Internet abrufbar sein sollen. „Wir wollen damit den Jugendlichen zeigen, wie interessant diese Berufe sind“, sagt Marco Graf, Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück-Emsland. Gleichwohl betont er, dass „tecnopedia“ noch weitergehe, langfristig angelegt sei und schon für die Jüngsten spannende praktische Impulse biete. Immerhin finden sich in „tecnopedia“ Informationen, Angebote und Anregungen zum Experimentieren aus dem gesamten MINT-Spektrum, also aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – vom Kindergarten bis zur elften Klasse. Darunter so faszinierende Dinge wie die Teebeutelrakete oder die DNA-Isolierung aus Tomaten.

Dabei lebt die Plattform – ähnlich Wikipedia – von denen, die sich an ihr beteiligen: von den Unternehmen ebenso wie von den Schulen und Hochschulen. Von denen, die Informationen einstellen, wie von denen, die sie abrufen. Beide sollen profitieren: die Schulen, indem sie den Unterricht durch praxisnahe Angebote bereichern können, die Unternehmen, indem sie sich als potenzielle Ausbildungsbetriebe bekannt machen.