Vermischtes "ST-BB 8877" darf jetzt auf Piste gehen

07.12.2002, 23:00 Uhr

Bürgerbus in Nordrhein-Westfalen, aber der erste im Kreis Steinfurt. "Hiermit haben sich die Westerkappelner ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk gemacht", meinte Renate Hüser, die Landrat Thomas Kubendorff vertrat.

Der Bürgerbus-Verein beweise, dass das ehrenamtliche Engagement noch nicht aus der Mode gekommen sei."Dass hier so viel bürgerschaftlicher Einsatz vorhanden ist, ist ein gutes Zeichen für unsere Gemeinde", freute sich Bürgermeister Ullrich Hockenbrink, der offenbar stolz ist auf "seine" Westerkappelner. "Wir waren positiv überrascht, dass so viele Bürger aktiv mitarbeiten wollten", gestand er. Dabei erinnerte Hockenbrink an die Zeiten, die jetzt dank des Busses Vergangenheit seien, und den Mann, der alles ins Rollen gebracht habe: Pastor Olaf Maeder.

Beim Antrittsbesuch des Pfarrers im Rathaus habe er sich mit ihm über die Probleme einer Flächengemeinde unterhalten, eben darüber, dass die Außenbezirke dunkle Flecken auf der RVM-Karte seien. Und als das "weltliche Oberhaupt" Westerkappelns ins Träumen von einem Bürgerbus geriet, muss wohl das "geistliche Oberhaupt" Velpes ihm die Erfüllung dieses Traumes versprochen haben. Maeder kannte derartige Projekte bereits aus seiner früheren Gemeinde Fröndenberg und wollte sich für die Mobilität der Westerkappelner einsetzen.

"Der Bürgerbus ist eine sinnvolle und notwendige Unterstützung unseres Angebotes hier", meinte denn auch Burkhard Kötter von der RVM-Betriebsleitung aus Ibbenbüren. Sein Unternehmen habe die Initiative der Westerkappelner gerne unterstützt. Kötter: "Wir waren begeistert vom Engagement der Bürger und der Unterstützung der Gemeinde." Wäre das nicht gekommen, die "Geburtswehen wären viel schlimmer gewesen". Aber so seien die Westerkappelner mit einer Planungszeit von neun Monaten auch noch biologisch in der Zeit.Nun ist das "Kind" also da. Damit es "blüht, wächst und gedeiht", erklärte Ewald Westermann, Vorsitzender des Bürgerbus-Vereins, worauf es jetzt ankomme: "Das wichtigste sind nun Sie, liebe Bürger. Denn was wäre ein Bürgerbus ohne Bürger, die ihn nutzen? Bloß eine leere Blechkarosse, die sinnlos durch die Gegend fahren würde." Nur die Nutzung des Busses könne die Einrichtung am Leben erhalten.

Damit es dem "Kind" auch nicht an der nötigen Nahrung mangelt, versprach die Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IHGW), zwei Tankfüllungen zu spendieren. Die nötige Frischluft wird es tanken, wenn es am 16. Dezember zum ersten Mal planmäßig seine Runden drehen wird. Der erste Mann am Steuer wird dann Bürgermeister Hockenbrink sein, und in der ersten Woche heißt es: Freifahrt für alle.