Vermischtes Spätzünder

10.07.2009, 22:00 Uhr

Freunde fernöstlicher Martial-Arts-Filme und ähnlich gelagerter Genre-Kracher dürften dem Sender Tele 5 schon lange auf Knien danken. Immer wieder sind dort Erstausstrahlungen des asiatischen Action-Kinos zu sehen, an die heranzukommen zuvor kaum denkbar war. Wen stört es unter diesen Umständen schon, dass manche Produktionen in solchen Fällen noch weitaus mehr Jährchen auf dem Buckel haben als die gestrige Hongkong-Granate von Gordon Chan aus dem Jahr 2000.

Freilich muss man bei derlei Produktionen schon ein dickes Fell haben. Schließlich wird auf so etwas wie Handlung in der Regel kaum Wert gelegt. Und wenn doch, dann geht das schnell in die Hose. Was gleich die ersten dreißig Minuten von „Game Over – Gefährliche Spiele“ unter Beweis stellten. Der Unsinn über „Computersprengkörper“ und sonstige Gegenstände aus Internet und Co. beanspruchte allenfalls die Lachmuskeln. Umso größer die Überraschung, als es dann nahezu unvermittelt in die Vollen ging. Die Mischung aus Rachefeldzug, Agenten-Story und wütend wilder Verfolgungsjagden ließ dank ruhigerer Zwischentöne und passendem Soundtrack neben krachender Action sogar Spannung aufkommen. Mit Sicherheit ein besserer Film des Genres.