Vermischtes "Sole-darität" zahlt sich für Bad Laer aus

04.12.2002, 23:00 Uhr

"Natürlich sind wir ein bisschen stolz", kommentierte Bürgermeister Holger Richard das gute Abschneiden der kleinen Gemeinde. Immerhin hatten 75 Kommunen an dem landesweiten Wettbewerb teilgenommen, den Wirtschaftsministerium, Handelsverbände, die kommunalen Spitzenverbände und die Wirtschaft im August ins Leben gerufen hatten.

Die "City-Offensive Niedersachsen" zeichnet Projekte aus, die der Gleichförmigkeit der Innenstädte entgegenwirken, sie beleben und die lokale Identität stärken. Dafür sollen Handel, Gastronomie, Verwaltung und Verbände im Rahmen eines "Public-Private-Partnership" an einem Strang ziehen.

Niedersachsen hat mit "Ab in die Mitte" an die guten Erfahrungen Nordrhein-Westfalens angeknüpft, dort wird der Wettbewerb seit drei Jahren ausgetragen.In Bad Laer haben sich Vertreter von Gemeinde und Touristik-GmbH, Kur- und Verkehrsverein und Werbegemeinschaft an einen Tisch gesetzt und das Konzept der Bad Laerer Sole-darität entwickelt. Lohn der Mühe: Der Kurort erhält 30500 Euro. Insgesamt fließen 750000 Euro in die Sieger-Städte und -Gemeinden, damit werden 60 Prozent der Kosten für die geplanten Projekte getragen.

Die Ideen aus dem Osnabrücker Südkreis lassen für das kommende Jahr einiges erwarten, denn Bedingung des Wettbewerbs war es, alle Veranstaltungen schon in den nächsten zwölf Monaten zu realisieren. Weiterhin galt es, die mindestens siebentägigen Aktionen außerhalb der Sommerferien durchzuführen.

Das heißt für das Solebad: Das Genießerwochenende im Frühjahr und der Leinewebermarkt im Herbst werden verlängert und bieten künftig ganz neue Attraktionen. So wird eine Salzpyramide zum Salzsiedefest auf dem Thieplatz Solenebel verbreiten. Inspiriert vom Künstler Christo planen die Veranstalter, das Sparkassengebäude in Leinen zu hüllen, stand doch am selben Ort bis vor 25 Jahren die historische Legge. In diesem prächtigen Fachwerkhaus auf dem Paulbrink wurde in früheren Zeiten traditionell das Leinen gehandelt. Als Erinnerung an einen Haupterwerbszweig des Ortes sollen auf diese "Lein-Wand" geschichtsträchtige Bilder und Texte projiziert werden.

Sieben Tage lang wird ein "Laden-Lokal" im wörtlichen Sinne seine Türen öffnen, "dafür werden wir einen Laden für eine Woche anmieten und dort eine Gastronomie anbieten", erklärte Richard. Stimmungsvoll soll es anlässlich des Leinewebermarktes auf dem Thieplatz zugehen: In den Bäumen installierte Lampen werden einen farbenprächtigen "Hellen Herbst" bereiten.

"Jetzt haben wir schöne Handlungsmöglichkeiten für Projekte, die wir uns sonst nicht geleistet hätten", freut sich der Bürgermeister. Überzeugt haben die Jury auch die Ideen der Melleraner, der Oldenburger, Harener und Lüneburger. Die Stadt Osnabrück, die sich ebenfalls beworben hatte, ging leer aus. Woran es liegt, dass gerade das kleine Bad Laer ausgezeichnet wurde? "Offenbar hatten wir das pfiffigere Konzept".