Vermischtes Solarstrom als Beitrag zum Umweltschutz

14.12.2002, 23:00 Uhr

Förderung des Umweltschutzes und gleichzeitig der Wirtschaft, vor allem des heimischen Handwerks: Viele Fliegen mit einer Klappe sollen jetzt mit dem Ratsbeschluss geschlagen werden, die öffentlichen Dächer der Stadt privaten Investoren zur Stromgewinnung anzubieten.

Für die CDU/FDP- Gruppe hatte Tim Heitling auf den vor Jahren gefassten Ratsbeschluss zur Minderung des Kohlendioxid-Ausstosses hingewiesen und den Antrag als (für die Stadt) kostenlosen Betrag zum Klima-und Umweltschutz bezeichnet. Dächer von öffentlichen Gebäuden wie Turnhallen, Schulen und Verwaltungsgbäuden sollen in einer öffentlichen Ausschreibung Pachtinteressenten finden, der Zuschlag wird anhand des höchst gebotenen Mietzinses erfolgen.

Verpachtet wird über wenigstens 20 Jahre, wobei die Betreiber alle Kosten einschließlich Versicherungen tragen und auch Rücklagen für die Deinstallation vorweisen müssen. Die Gesamtleistung der Stromerzeugung soll mindestens 10 Kilowatt pro Dach erreichen. Bei Solaranlagen auf Schulen muss den Schulen gestattet werden, dass die Errichtung und der Betrieb der Anlage pädagogisch begleitet wird.

Die Grünen hatten einen Antrag mit der gleichen Zielsetzung eingebracht. Fraktionssprecher Alfred Reehuis wies darauf hin, dass mit dem Solarstrom vielleicht Renditen zu erzielen seien, aber nur wenn von den Betreibern keine große Pacht bezahlt werden müsse. Man solle heilfroh sein, wenn Investoren solche Anlage für die Stadt kostenlos bauten und deshalb auf eine Mindestpacht verzichten. Auch die SPD-Fraktion hatte als einzigen Haken im Antrag der CDU/FDP-Gruppe den Mindestpachtzins entdeckt. Das betrachte die SPD als Verhinderungsmaßnahme, meinte Fraktionssprecher Wilhelm Hunting, während es doch darum gehen sollte, soviel Energie wie möglich auf diesem Wege zu gewinnen.

An der Schule Buer hatte ein privater Betreiber eine Solarstromanlage errichtet, was ursprünglich mit einer Spende an die Schule abgegolten werden sollte. Auf Intervention des Schulamtes musste dann aber ein Pachtvertrag abgeschlossen werden. Bürgermeister Josef Stock stellte klar, dass in Buer vereinbart worden sei, dass die Schule im Jahr 500 DM und die Stadt 300 DM erhalten soll. Die Stadt habe damit wohl das richtige Maß in der Praxis gefunden und es werde dennoch Investoren geben, zeigte er sich zuversichtlich. Wenn eine Schule selbst derartige Solaranlagen auf ihrem Dach bauen wolle, werde die Stadt sicherlich in diesem Fall keinen Mietzins von sich selbst verlangen, beruhigte er Ratsherrn Udo Schwarz (Grüne), der als Schulleiter angesichts eines entsprechenden Vorhabens an der Gesmolder Schule schon zusätzliche Kosten auf sich hatte zu kommen sehen.