Vermischtes So macht der Sommer in der Stadt richtig Spaß

03.07.2009, 22:00 Uhr

Wie gut, dass es so viele Verrückte in der Musik gibt. Nach Crazy Chris Kramer im Vorjahr und dem Big Fat Mad Moose beim Stadtfest mischte am Donnerstag Mad Andy den Kirchplatz auf. Der verrückte Andy durfte sich mit seiner Begleitband, den „Bruscettas”, vor rekordverdächtiger Kulisse austoben. „Summer in the City“ – der Titel der letzten Coverversion, mit der sie pünktlich um 22 Uhr ihr Konzert beendeten, passte als Motto zum Abend. So macht der Sommer in der Stadt richtig Spaß.

„Unser Motto ist ganz einfach“, sagt Bandleader Andy Koch, „die Stücke müssen so klingen, als wenn sie von uns wären.“ Und genau das tun sie. Besonders nah ist Koch stimmlich bei Klaus Lage, sodass dessen Stücke beinahe eins zu eins herüberkommen. Andere Klassiker der Rockgeschichte, vom Beatles-Song „While My Guitar gently weeps“ über „Message in a bottle“ von Police bis zu „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones bleiben dicht am Original und kommen doch im ganz eigenen, bluesig-rockigen „Bruscetta“-Sound daher. Ein Kunststück, das Sänger und Begleitband mit souveräner Leichtigkeit gelingt. Zusammen mit den weniger bekannten B-Seiten aus der großen Kiste der Rockmusik gelingt eine Mischung wie aus einem Guss. Wolf Maahn, Stoppok, The Doors, Free, Roger Chapman – alles bleibt klar identifizierbar und klingt doch, als wäre es vom verrückten Andy selbst.

 Weil das Repertoire mit Rockklassikern der 60er- bis 80er-Jahre wunderbar zum Altersschnitt des Kirchpatzpublikums passt und weil die technischen Probleme beim Start der Reihe vor einer Woche behoben sind und der Sound diesmal druckvoll, klar und in der richtigen Lautstärke aus den Boxen kommt, ist die Stimmung an diesem heißen Donnerstagabend schnell auf dem Höhepunkt. Dazu trägt auch die Ausstrahlung des verrückten Frontmanns bei, der die Bühne über dem Brunnen auch schon mal verlässt, mit Kindern tanzt und mit Gästen singt.

 Und auch wenn es so warm ist, dass sich die Gitarre zwischendurch verstimmt und Mad Andy nicht grundlos hofft, dass sein Publikum „genauso schwitzt wie wir“: Die Profis aus Unna geben alles und setzen einen Glanzpunkt in der langen Geschichte der Kirchplatzkonzerte am Donnerstag, die wohl selten so viel Publikum anzogen wie diesmal. Auch wenn die Erwartungshaltung der Besucher weit gefächert ist, dürfte niemand sein Kommen bereut haben.