Vermischtes Seifenkisten: Stadt tritt die Bremse

17.12.2002, 23:00 Uhr

Das große Seifenkistenrennen am Himmelfahrtstag auf dem Hauswörmannsweg steht auf der Kippe. Die Sachkostenzuschuss der Stadt von 15000 Euro sitzt im kommenden Jahr nicht drin. Die Initiatoren suchen derzeit nach Wegen, das größe Seifenkistenrennen in Deutschland auch 2003 auf die Beine zu stellen.

Für Jochen Weber, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie bei der Stadt, will den fehlenden Betrag jetzt über Sponsoren hereinholen. Zusagen von Einzelspendern für rund 5000 Euro liegen ihm schon vor. "Irgendwann in den nächsten vier Wochen müssen wir entscheiden, ob wir die Veranstaltung durchziehen können, oder ob wir alles abblasen müssen." Weber würde dies bedauern, denn das Rennen, zu dem im vergangenen Mai neben den Aktiven aus dem Bundesgebiet auch 5000 Zuschauer zum Ziegenbrink pilgerten, ist für ihn eines der Glanzlichter im Jahresprogramm. Weber: "Hier hat die Stadt immer gezeigt, dass sie einmal ganz unbeschwert etwas für die Kinder tut.

Michael Fischer, Leiter des Gemeinschaftszentrums Ziegenbrink und Organisator des Rennens, wird ganz mulmig bei dem Gedanken, die ersten Bastelgruppen wieder wegschicken zu müssen. Rund 50 Kinder bereiten sich derzeit in neun Baugruppen auf den Start am 29. Mai 2003 vor und haben schon die ersten Bretter gesägt. Fischer: "Das für uns jetzt eine Hängepartie. Wir sind ganz schön geknickt." Außerdem ist schon Geld ausgegeben für Werbefaltblätter und Kistenbausätze.

Fischer überprüft jetzt die Kalkulation. Eventuell lässt sich das Rahmenprogramm etwas abspecken oder ein Teil der Kosten durch Eintrittsgeld abdecken. Aber die Kosten für die Streckentechnik und den Aufbau der Renn-Infrastruktur bleiben. Der organisator befürchtet: "Allein gelingt uns das nicht."

Franz-Josef Schwack (CDU), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, bat gestern gegenüber unserer Zeitung um Verständnis für den Sparbeschluss des Rates. Wenn es den Organisatoren aber gelinge, Sponsoren für die Sachkosten zu finden, sei er dafür, dass das Rennen stattfindet. Immerhin übernehme die Stadt dann die Personalkosten für ihre Mitarbeiter, die vor und während des Rennens mitwirken.