Vermischtes Schwennen erreicht bei EM in Litauen ihr Minimalziel

19.07.2009, 22:00 Uhr

„Vor dem Rennen habe ich gesagt, dass alles ab Platz acht gut ist“, sagte Cornelia Schwennen gestern Abend, nachdem sie im 5000 Meter-Lauf der U-23-Europameisterschaft der Leichtathleten im litauischen Kaunas auf ebendiesem Rang über die Ziellinie gelaufen war.

„Ich habe mein Minimalziel erreicht“, bilanzierte die Langstrecklerin des SV Concordia Emsbüren. „Also muss ich auch zufrieden sein.“ Zufriedener wäre die 22-Jährige natürlich gewesen, wenn sie ihre im Mai in Koblenz aufgestellte persönliche Bestzeit von 16:13,16 Minuten verbessert hätte. Stattdessen wurden 16:30,09 Minuten für sie gestoppt. Eine Erklärung hatte die Emsländerin allerdings parat: „Nach diesem Rennverlauf konnte ich nicht mehr herausholen.“

Denn zunächst fühlte sie sich in einem großen Pulk nicht wohl: „Ich war erst im Gedränge und konnte meinen Schritt nicht laufen. Das ging mir auf den Zeiger.“ Also übernahm Schwennen das Kommando und machte Tempo. Nach 1000 Metern lag sie mit einer Zeit von 3:19,24 Minuten sogar in Führung. Doch ihr Plan ging nicht auf. Schwennen: „Ich dachte, etwas mehr Druck machen zu können. Das habe ich nicht hingekriegt.“ Im Hintergrund habe sie gehört, wie andere Läuferinnen sich untereinander absprachen – und schon war es um ihre Führung geschehen. Vor allem die Russin Natalya Popkova zeigte Schwennen ihre Grenzen auf. „Ich konnte nicht Schritt halten“, sagte die Emsländerin. „Die anderen kamen mit aller Macht. Dann lief ein ganzer Pulk vorbei. Ich habe mir deshalb eine andere Gruppe gesucht und bin mit denen mitgelaufen.“ Letztlich reichte es für den anvisierten achten Rang. Der Ärger über den Rennverlauf war deshalb schnell verflogen. „Ich habe das Beste daraus gemacht“, so Schwennen, die sich freute „auch noch ein paar Punkte für die Nationenwertung geholt“ zu haben.

Gold ging an die Russin Natalya Popkova (15:54,11 Minuten), Silber an die Bulgarin Sviatlana Kudzelich (16:03,85), Bronze an die Britin Emily Pidgeon (16:04,71). Als zweite Deutsche kam Mareike Schrulle (Köln) auf den elften Rang (16:41,55).

Für Cornelia Schwennen standen gestern Abend nach dem Lauf noch die traditionelle „stille Stunde“ der Aktiven und ein abschließendes Bankett auf dem Programm. Heute kehrt sie zurück.