Vermischtes Schummeln bei den Anmeldezahlen erlaubt?

01.07.2009, 22:00 Uhr

Die Diskussion über die Klassenbildung an der Grundschule Stadt hat am Dienstag eine kurze Fortsetzung im Westerkappelner Gemeinderat gefunden. Bürgermeister Ullrich Hockenbrink bedauerte, das Anmeldeverfahren sei „unglücklich gelaufen“.

Wie berichtet sollen an der Grundschule Stadt zum neuen Schuljahr statt vier kleine Klassen drei große mit jeweils 30 Kindern gebildet werden. Ursächlich ist der Umzug einer Familie nach Ibbenbüren, wodurch nicht mehr 91, sondern nur noch 90 Kinder eingeschult werden.

Die Gemeinde habe keinerlei Möglichkeit, auf die Größe der Klassen einzuwirken, weil die Schulbezirksgrenzen weggefallen sind, erklärte Hockenbrink.

In diesem Zusammenhang wartete Wolfgang Jonas (CDU) mit einem unkonventionellen Vorschlag auf. Vielleicht könne die Gemeinde künftig versuchen, die Anmeldungen „zu steuern“, um die gewünschte Zügigkeit einer Schule zu erreichen.

So schwebt Jonas offenbar vor, dass bei Problemen wie im aktuellen Fall Eltern aus dem Süden ermuntert werden könnten, ihre Kinder statt in Handarpe für die Grundschule Stadt anzumelden (oder umgekehrt), um hüben wie drüben kleinere Klassen bilden zu können.

„Andere Träger machen das auch“, sagte Wolfgang Jonas. Die Gemeinde müsse daran interessiert sein, dass an allen Standorten gleichwertige Verhältnisse herrschten, betonte der CDU-Ratsherr.

Denkbar wäre auch, dass nach Bestätigung der Klassengrößen durch die Schulaufsicht die Anmeldung für die andere Schule zurückgezogen wird, die kleineren Klassen damit jedoch blieben. Das wäre zwar geschummelt, „aber legal“, glaubt Jonas, der seinen Einwurf aber keinesfalls so interpretiert wissen möchte.

„Es wäre schön, wenn das Schulamt oder das Land über ihren Schatten springen könnten, weil die Eltern sich darauf verlassen haben, dass vier Klassen gebildet werden“, meinte der Bürgermeister zur Situation an der Grundschule Stadt.