Vermischtes Schlitzohrig

17.07.2009, 22:00 Uhr

Im Titel dieses Films verbarg sich eine pfiffige Anspielung: Die Romanverfilmung „Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche“ war 1967 die erste Koproduktion von BRD und DDR nach dem Mauerbau. Inhaltlich hatten beide Filme nur entfernt miteinander zu tun: Hier wie dort gab es einen schlitzohrigen Träumer, der sich mit den Gegebenheiten nicht abfinden will.

In Jan Ruzickas Tragikomödie war es Henry Hübchen als polternder Bürgermeister, der mit immer neuen Ideen dem fast schon ausgestorbenen Kummerow zu neuer Blüte verhelfen wollte. Ein uralter Komödienplot: Der Ort erwartete den Sendboten einer West-Firma, der inkognito die Investitionsbedingungen begutachten sollte. Als sich ein bayerisch parlierendes Pärchen in die Gemarkung verirrte, wurde es nach Strich und Faden verwöhnt, hatte aber natürlich mit der ganzen Angelegenheit gar nichts zu tun. Rund um diesen roten Faden flochten die Autoren Kerstin Höckel und Michael Wallner diverse mal mehr, mal weniger originelle Geschichten. Insgesamt geriet der Film zu märchenhaft, um vollends zu überzeugen, hatte aber durchaus Charme.