Vermischtes Rettungsfahrzeuge unter die Lupe genommen

01.07.2009, 22:00 Uhr

Rund 1200 Spezialanfertigungen auf vier Rädern verlassen jährlich das Unternehmen „Wietmarscher Ambulanz- und Sonderfahrzeug GmbH“ (WAS). Der Markt ist hart umkämpft; auf neue Herausforderungen muss das Unternehmen möglichst rasch reagieren können. Dazu trägt auch die Berufsakademie Emsland (BA) in Lingen bei.

„Ist es technisch und kaufmännisch sinnvoll, die überwiegend mit Dieselkraftstoff betriebenen Rettungs- und Sonderfahrzeuge auf Erdgas umzustellen?“, lautete die Aufgabenstellung, der sich fünf Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens annahmen: Tobias Ripperda, Armin Trost, Alexander Meyer, Tobias Völker und Oliver Wißen. Alle sind im sechsten Semester an der BA und somit in der Endphase des dualen Studiums. Tobias Ripperda hat bei WAS im Rahmen des BA-Studiums seine Ausbildung zum Wirtschaftsingenieur absolviert. Der 23-Jährige wird zum 1. August von dem Unternehmen übernommen und dort künftig im Projektmanagement arbeiten. Projekte wie die Möglichkeit der Umrüstung von Diesel auf Erdgas zum Beispiel.

WAS-Geschäftsführer Daniel Gotthardt und Prokurist Jan Koops erinnern an die hohen Spritpreise im vergangenen Jahr. „Das ist ein wichtiger Kostenfaktor, der in die Kalkulation einfließt“, erläuterte Koops. Deshalb habe zum Beispiel Mercedes im Frühjahr 2008 eine Erdgasvariante des Modells „Sprinter“ hergestellt, der im Rettungs- und Sonderfahrzeugbau häufig eingesetzt werde.

Für WAS war es deshalb wichtig zu klären, ob sich die Umrüstung auf Erdgas für seine Sonderfahrzeuge generell lohnt, um im Falle von entsprechenden Kundenwünschen möglichst rasch reagieren zu können.

In dem auf zwei Semester angelegten Projekt betrieb die Studentengruppe der BA zunächst einmal eine intensive Marktforschung. „Wir haben zahlreiche Kunden von WAS befragt“, erläuterte Armin Trost. „Als Knackpunkt in der Untersuchung hat sich die Frage der Reichweite eines Sonderfahrzeugs mit einer Gasbetankung herausgestellt“, sagte Tobias Ripperda. Die Kundenanforderung habe 450 Kilometer umfasst. Dieser Radius sei bei einem gasbetriebenen Fahrzeug nicht zu realisieren. Wohl aber ein Radius von 300 Kilometern. „Unter dieser Voraussetzung würde sich die Investition auch lohnen“, resümierten die Studierenden. Ein Rettungswagen sei durchschnittlich sechs Jahre im Einsatz. „Gasbetrieben rechnet sich das bereits nach vier Jahren“, so Ripperda.

Prokurist Jan Koops wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Kunde von WAS aus Emden bereits auf Gas umgestellt habe. Koops dankte den fünf Studenten „für die tolle Arbeit und die systematische Herangehensweise“. Die Zusammenarbeit mit der BA habe sich als sehr fruchtbar erwiesen, und WAS wolle sich verstärkt auch in Zukunft im dualen Studium engagieren, sagte Geschäftsführer Gotthardt.