Vermischtes Regenmacher für junge Perkussionisten

03.07.2009, 22:00 Uhr

Wenn sich in den nächsten Tagen Wolken über Bad Laer zusammenballen, dann könnte das an den Ferienspielen liegen. Immerhin nahmen gestern gleich 14 Regenmacher bei strahlendem Sonnenschein Gestalt an – und die tragen ihren Namen nicht zu Unrecht. Schließlich fanden sie ursprünglich bei den Regen zeremonien der Indianer Verwendung.

Die spitzen Stacheln der Kakteen, die in Südamerika ins Innere der getrockneten Pflanzen geschlagen werden, blieben den Jungen und Mädchen am Jugendzentrum „Vil-Laer“ allerdings erspart. Dafür ließen sich mit großen Papprollen und langen Nägeln ebenso schöne Klangeffekte erzielen. Mit der Akribie versierter Handwerker schlugen die ambitionierten Perkussionisten die Nägel in die Rollen. „Du musst den Hammer weiter hinten anfassen. Dann geht’s schneller!“, riet Marius und setzte gleich zum nächsten Schlag an.

Doch es sind ganz schön viele Nägel nötig, um die einstigen Posterrollen in wirkungsvolle Instrumente zu verwandeln. Noch einen Pappdeckel auf das hintere Ende – und schon nahte der mit Spannung erwartete Moment. Eine ganze Schüssel voller Reiskörner füllte Michael in seinen Regenmacher. Den Deckel sicherte er sorgfältig mit Klebeband, bevor er dem Instrument eine erste Klangprobe entlockte. Schnell stellte sich dabei heraus: Das Wetter liegt ganz in der Hand des Perkussionisten. Denn allein die Neigung des Rohres entscheidet, ob über Bad Laer ein zarter Nieselregen niedergeht oder ein mächtiger Platzregen herabrauscht.

So lange brauchte Timo allerdings nicht zu warten, um musikalisch aktiv zu werden. „Das eignet sich auch zum Trommeln“, stellte er zufrieden fest – und stellte diese Erkenntnis auch gleich unter Beweis. Die Regenmacher bekamen zum Abschluss noch eine ansprechende Optik, denn das Auge spielt mit. Eine ganze Fülle an Material wartete dabei auf die Kinder, die ganz nach Wunsch mit künstlerischem Blick zu buntem Filz oder glänzend-goldener Wellpappe, zu farbigem Pappkarton oder zu Pinsel und Malkasten griffen.