Vermischtes Parteienlandschaft bleibt beim Alten

14.07.2009, 22:00 Uhr

Die Überraschung ist ausgeblieben, die Parteienlandschaft in Westerkappeln ändert sich nicht. Und auch Bürgermeister Ullrich Hockenbrink (SPD) muss bei der Kommunalwahl am 30. August keinen Gegenkandidaten fürchten.

Am Montag endete um 18 Uhr die Meldefrist für Bewerber um ein Ratsmandat und für den Chefsessel im Rathaus. „Um 17.50 Uhr haben sich noch drei Bürgermeisterkandidaten gemeldet“, scherzte Hauptamtsleiter Jürgen Hirlehei, der gleichzeitig Wahlleiter ist. Um dann sachlich festzustellen, dass sich nur Ullrich Hockenbrink zur Wahl stellt.

Der Amtsinhaber gilt damit allerdings nicht automatisch als bestätigt. Nicht zuletzt kommt es dafür auf die Wahlbeteiligung an. 2004 lag diese bei 59,7 Prozent.

Wäre sie in knapp sieben Wochen ähnlich hoch, bräuchte Hockenbrink mindestens 50 Prozent plus eine Stimme. Auf alle Fälle braucht er die Unterstützung von 25 Prozent aller Wahlberechtigten. Sonst muss neu gewählt werden.

Für die 26 Sitze im Rat treten – wie vor fünf Jahren – die SPD, CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und die Bürgergemeinschaft an. Allen Parteien sei es gelungen, die 13 Wahlkreise mit einem eigenen Kandidaten zu besetzen, berichtete Hirlehei. Der Wahlausschuss des Rates wird am kommenden Dienstag darüber befinden, ob alle Wahlvorschläge korrekt sind.

Zwischenzeitlich hatte Wilfried Kasling, der mit einer Unterschriftensammlung für den Erhalt des Hanfriedenstadions für Schlagzeilen sorgte, wohl erwogen, eine neue Wählergemeinschaft aus der Taufe zu heben. Dazu kam es nicht. Stattdessen hat Kasling bei der FDP eine politische Heimat gefunden. Die Liberalen wählten ihn – wie berichtet – sogar auf ihrer Reserveliste zum Spitzenkandidaten.

Während Sozial-, Christ- und Freidemokraten ihre Kandidaten öffentlich gewählt und präsentiert haben, sind die Bewerber der Grünen und der Bürgergemeinschaft noch nicht vorgestellt worden. Dazu haben sie jetzt in den kommenden Wochen während des Wahlkampfes Zeit.

Ob es angesichts der Sommerferien allerdings zu einem Schlagabtausch der Parteien kommt, bleibt abzuwarten. „Ich habe das Gefühl, dass es ruhig über die Bühne gehen wird“, mutmaßte Hirlehei.

Übrigens: Es gibt doch noch einen zweiten Bürgermeisterkandidaten aus Westerkappeln, nämlich Wolfgang Brommer-Reuß. Der Unternehmer aus dem Gartenkamp bewirbt sich allerdings in Lengerich für die neue freie Wählergemeinschaft WfL („Wir für Lengerich“). Mit 145 Unterstützungsunterschriften ist er Montagmorgen beim Wahlleiter erschienen.

Die noch fehlenden 15 Unterstützer wollte er bis 17.45 Uhr nachreichen. Das hat er geschafft. 167 Unterstützungsunterschriften lagen rechtzeitig um 18 Uhr im Lengericher Rathaus vor.