Vermischtes Ortsmitte selbst gezimmert

28.07.2009, 22:00 Uhr

Nordlohne zählt mit seinen rund 300 Einwohnern zwar nur zu den kleineren Ortsteilen der Gemeinde Wietmarschen, aber sicher nicht zu den unbedeutendsten. Ohne Übertreibung lässt sich der Ortsteil mit „klein, aber fein“ treffend beschreiben.

Die Lage Nordlohnes im Nordosten der Gemeinde Wietmarschen und des Landkreises Grafschaft Bentheim und die räumliche Nähe zur Stadt Lingen haben hier die Geschichte bestimmt, aber auch heute sind die Beziehungen über die Kreisgrenze hinweg noch sehr eng. Politisch wurde Nordlohne zum 1. März 1974 der Gemeinde Wietmarschen und damit dem Landkreis Grafschaft Bentheim zugeordnet. Die Mehrzahl der Einwohner ist katholisch, wobei Nordlohne zur Kirchengemeinde St. Alexander Schepsdorf gehört.

Bereits 1820 wurde in Nordlohne eine Schule eingerichtet. Damals mussten auch Kinder aus Wachendorf und Rheitlage nach Nordlohne zur Schule gehen. 1876 wurde das Schulgebäude durch ein Neues ersetzt. Im Jahre 1965 wurde der Schulunterricht in Nordlohne dann eingestellt und die Kinder nach Schepsdorf umgeschult. Nach der Bildung der Gemeinde Wietmarschen gehen die Kinder zur Grundschule in Lohne.

Mit dem Umbau des alten Saales Bruns zum „Dorfgemeinschaftshaus Nordlohne“ wurde 1989 der wesentliche Schritt zum Erhalt und zur Förderung der Dorfgemeinschaft getan.

Hier findet heute der größte Teil des regen Vereinslebens statt. Nordlohne hat einen eigenen Schützenverein und eine Landjugend. Jeden Sonntagmorgen findet der traditionelle Frühschoppen statt. Hier trifft sich die Landjugend, es gibt einen Frauentreff, und die Eltern der „Krabbelgruppe“ tauschen sich aus, ebenso wie im „Strickclub“ die Gemeinschaft gepflegt wird. Der „Saal“ wird von vielen Gruppen aus Nordlohne genutzt. Jedes Jahr kommt hier der Nikolaus zu den kleinen und großen Kindern, Zudem finden hier das Winterfest des Schützenvereins und das Erntedankfest statt.

Die Dorferneuerung von 1995 bis 2002 hat dann die positive Entwicklung in Nordlohne noch weiter vorangetrieben. Im Zentrum von Nordlohne entstand so auch am neu angelegten Sportplatz mit dem „Schafstall“ ein Mehrzweckgebäude mit Umkleideräumen und Duschen. Demnächst soll hier ein weiteres Fachwerkgebäude, das bei einem Bauernhof in Nordlohne stand, neu errichtet werden. Das Gebäude dient künftig zur Lagerung von Utensilien und integriert auch eine Schutzhütte. Für den Wiederaufbau stellt die Gemeinde Wietmarschen 10000 Euro bereit.

Dieses parkartig gestaltete neue Dorfzentrum zwischen Siedlungen und Bauernschaft mit Dorfgemeinschaftshaus, dem „Schafstall“, Grillhäuschen, Brunnen und Spielplatz liegt in einem Netz aus Wanderwegen. Viele Erholungsuchende, auch aus der weiteren Umgebung, haben diese reizvolle Umgebung Nordlohnes mit dem alten Baumbestand aus Eichen und Buchen bereits als Geheimtipp entdeckt.

Fast alles, was heute Nordlohne ausmacht, vom Vereinsleben bis hin zu den Räumlichkeiten, konnte nur durch die ungezählten unentgeltlichen Arbeitsstunden der Nordlohner erreicht werden.

Aber auch für die Zukunft ist Nordlohne gerüstet. Neben den alteingesessenen landwirtschaftlichen Betrieben haben mehrere mittelständische Unternehmen ihren Firmensitz in Nordlohne. Zusätzlich zur Siedlung Kampstraße konnte im Jahre 1997 bereits ein neues Baugebiet „Am Wildwechsel“ ausgewiesen werden. Da fast alle Plätze heute verkauft sind, wird über ein weiteres Baugebiet nachgedacht.

Auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes entwickelt sich aktuell ein 280 Hektar großes Naherholungsgebiet, was die Attraktivität Nordlohnes weiter erhöht. Die ersten neu angelegten Rad- bzw. Wanderwege sind bereits fertig.