Vermischtes Offen für „belastbare Vorschläge“

17.07.2009, 22:00 Uhr

„Es kann nicht im Interesse der Gemeinde Bohmte sein, eine Fläche von rund 4200 Quadratmetern verkommen zu lassen“, sagt Engin Dogru, dem das Grundstück an der Bremer Straße/Ecke Blumenstraße gehört.

Dass dort nichts geschieht (außer dass das Unkraut wächst und im Zaum gehalten werden muss), ist ihm überhaupt nicht recht. Er würde gern verkaufen. Ob an einen Investor oder an die Gemeinde, ist für ihn nicht entscheidend. Interessenten, so Dogru, die dort einen Supermarkt errichten wollten, habe es bereits wiederholt gegeben. Teilweise seien Gespräche bereits weit gediehen.

Von der Kommune sei er hingehalten worden. Er ist ärgerlich, sagt, dass der Eindruck erweckt worden sei, dass die Gemeinde das Areal übernehmen wolle.

Das leer stehende Gebäude auf dem Grundstück hat Tradition. Dort war das sogenannte Verstärkeramt der Post beheimatet, vor Jahrzehnten wichtig für die Telekommunikation, das Telefonieren. Damals war der größere Teil des Geländes noch Brachfläche. Später wurde dort gepflastert, standen dort auch Postautos. Noch einige Zeit später erfolgte eine Änderung des Flächennutzungsplans, damit in dem heute leer stehenden Gebäude eine „Moschee“ eingerichtet werden konnte.

Auch das ist Vergangenheit. Der Flächennutzungsplan aber gilt weiter. Demzufolge, so Bürgermeister Klaus Goedejohann, ist auf dem Gelände die Errichtung eines Gebäudes für „großflächigen Einzelhandel“, wie ein Supermarkt im Amtsdeutsch heißt, nicht möglich. Und eine Planungsänderung ist eine Entscheidung der Gemeinde, sprich des Gemeinderates. Derzeit gelte, und das sei im Rat einvernehmlich von den Parteien beschlossen worden, dass sich der „zentrale Versorgungsbereich“, zu dem Supermärkte gehören, an der Bremer und der Leverner Straße befinden soll.

Entsprechend befinden sich bereits die vorhandenen Märkte an der Osnabrücker Straße außerhalb dieses Bereiches. Das Zentrum soll nicht weiter geschwächt werden. Und Tatsache sei, so der Bürgermeister, dass die Planungshoheit bei der Gemeinde liegt. Dort wird geprüft, ob die Bauleitplanung geändert werden soll oder nicht. Entscheiden muss letztlich der Rat. Fest stehe zudem, dass kein Bürger Anspruch auf eine Änderung des Bebauungsplans habe. Ansonsten könnte jeder, der Flächen im Außenbereich hat, sie in (wertvolles) Bauland umwandeln lassen.

Das Grundstück Osnabrücker Straße/Ecke Blumenstraße bezeichnet Goedejohann als nicht ganz unproblematisch. Bestehende Gebäude haben Bestandsschutz, aber eine Neuausweisung für Wohnbebauung dürfte wegen der nahen Bahn und der heutigen Lärmschutzbestimmungen schwierig sein. Für „belastbare Vorschläge“, die mit den Vorstellungen der Gemeinde übereinstimmten, sei man jederzeit offen. Für denkbar hält er etwas, das in Richtung Handwerksbetrieb geht.