Vermischtes Nur „weg vom Luxus“

17.07.2009, 22:00 Uhr

„Die Ehemaligen haben Feuer in den Augen, wenn sie von ihrem Freiwilligendienst berichten. Und viele haben sich in dem einen Jahr verändert“, hat Kathrin Greskötter erfahren. Wer weiß, wie es ihr ergehen wird: Am 10. August geht es für die 20-jährige Glandorferin nach Ghana.

Schon in der 11. Klasse wollte Kathrin für ein Jahr ins Ausland, doch ihre Eltern waren nicht begeistert. „Und die haben auch was dazu zu sagen“, gibt sie zu. Durch Zufall kam sie dann aber beim Katholikentag in Osnabrück an den Stand des Bistums und nahm sich eine Broschüre über den einjährigen Freiwilligendienst im Ausland mit. „Da kam das alte Feuer wieder.“ Sie bewarb sich und wurde angenommen. Zugute kamen Kathrin ihre Erfahrungen im Jugendmesskreis und bei Jugendfreizeiten.

Für die Glandorferin war klar: Sie wollte „weg vom Luxus“, deshalb zum Beispiel nicht in die USA. Wohin die jungen Leute geschickt werden, entscheidet aber letztendlich das Bistum. Und das entsendet Kathrin nun in den kleinen Ort Pramso in Ghana. Dort wird sie zusammen mit Jana Teismann aus Emsbüren im St.-Michaels-Hospital, bei der Gemeindearbeit und in der Schule helfen. Wohnen werden die beiden jungen Frauen in dem kleinen Krankenhaus.

Die notwendigen Impfungen gegen Cholera, Hepatitis, Gelbfieber und viele andere Krankheiten hat die Glandorferin schon über sich ergehen lassen. Jetzt ist es Zeit zu überlegen, was alles in den Koffer gepackt werden muss, denn am 10. August geht es in das ihr unbekannte Land. Ihre Eltern lassen sie „mit leichten Bauchschmerzen“ ziehen. „Aber sie sagen, das sei jetzt eine Chance für mich“, erzählt sie.

Doch bereits jetzt muss Kathrin an die Zeit nach dem Freiwilligendienst denken, denn sie möchte im kommenden Jahr den Studiengang „Soziale Arbeit“ belegen. Schon jetzt bewirbt sie sich an verschiedenen Universitäten, um die Zulassung zu bekommen. „Ich möchte mit Menschen arbeiten“, nennt sie als noch vages Berufsziel.

Wie sehr ein Jahr im Ausland einen Menschen verändern kann, hat Kathrin Greskötter bei den Vorbereitungstreffen erfahren. Dort traf sie ihre ehemalige Mitschülerin Magdalena Suerbaum aus Bad Iburg, die 2007/2008 mit dem Freiwilligendienst ein Jahr in Kairo verbracht hat. Vor ihrer Abfahrt war ihr Berufswunsch Ärztin, als sie aus Ägypten zurückkehrte, begann sie mit einem Studium der Islamwissenschaft.

Auch Magdalenas jüngere Schwester Judith fährt im Herbst mit dem Freiwilligendienst nach Ghana, allerdings in einen anderen Ort als die Glandorferin Kerstin Greskötter.