Vermischtes Notfallgebühr sorgt für Ärger

09.12.2002, 23:00 Uhr

Die "Notfallgebühr" von 1,53 Euro, die in Apotheken außerhalb der üblichen Öffnungszeiten erhoben wird, sorgt für Ärger. Und zwar auf beiden Seiten.

Ihrer Empörung über die Bedienung in einer Apotheke in der Bramscher Innenstadt hat eine Leserin aus Neuenkirchen/Bramsche Luft gemacht. Die Frau hatte für ihren zweieinhalbjährigen Sohn, der an Asthma leidet und an einem Sonntag 40 Grad hohes Fieber hatte, nach einem Notfallbesuch beim Kinderarzt schnell noch das Antibiotikum holen wollen. In der Apotheke stellte sie dann fest, dass sie ihr Portemonnaie vergessen hatte. Ohne die Gebühr gebe es kein Medikament, bedeutete ihr die Dame am Notdienstschalter. Auch ihr Hinweis, Kinderarznei sei doch grundsätzlich frei und sie müsse wegen der anderthalb Euro nach Neuenkirchen zurückfahren, konnte die Bedienung in der Apotheke nicht erweichen. Die Fahrt sei ihr nur erspart geblieben, weil sie zufällig eine Bekannte vor der Tür erspähte, die ihr aus der Kleingeld-Patsche half, klagt die Frau.

Die Inhaberin der fraglichen Apotheke bestätigt die grundsätzliche Anweisung, von der es auch keine Ausnahme geben soll: "Wir haben da ganz, ganz schlechte Erfahrungen gemacht, Sie können sich gar nicht vorstellen, wie wir da hinter her müssen", beklagt sie schlechte Zahlungsmoral. Der Aufwand, säumige Kunden anzumahnen sei bei 1,53 Euro unverhältnismäßig groß.