Vermischtes Neues Villenviertel im alten Vogelparadies

31.07.2009, 22:00 Uhr

Die Natur hat den Vogelpark zurückerobert. Anstelle gut gelaunter Freizeitausflügler, die sich über regenbogenbunte Papageien, majestätische Schreiseeadler oder irrlichternd flatternde Kolibris freuen, tummeln sich jetzt Fuchs und Hase, Feldmaus und Hummel im Strang. Doch das könnte sich bald ändern.

Auf dem idyllischen Flecken inmitten von Wäldern und Feldern könnte die Hautevolee des Osnabrücker Landes auf großzügigen Grundstücken in Villen und repräsentativen Anwesen residieren. Luxus auf dem Lande.

Doch zunächst die Fakten: Vor knapp zwei Wochen hat die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) ein etwa 7,7 Hektar großes Areal des ehemaligen Vogelparks ersteigert. Die Bad Rothenfelder Verwaltung möchte dem Rat vorschlagen, das Gebiet mit einem Bebauungsplan zu versehen und mit der NLG einen städtebaulichen Vertrag über die Vermarktung abzuschließen.

Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Rehkämper, der selbst noch ein wenig mit einer kleinen Ferienhaussiedlung auf dem Gelände liebäugelt, habe sich das Meinungsbild im Rat zugunsten einer hochwertigen Bebauung auf weitläufigen Grundstücken entwickelt. Mit einer Größe von 6000 bis 8000 Quadratmetern und einem Baufenster von 800 bis 1000 Quadratmetern könnte eine Klientel angelockt werden, die im Südkreis bisher wenig Möglichkeiten zur Entfaltung hatte.

Interessenten für etwa zehn bis maximal 15 solch üppig dimensionierter Grundstücke gebe es bereits, erklärte Rehkämper. Erschlossen sei das Gebiet schon seit den 70er-Jahren, sodass einer raschen Vermarktung nichts im Wege stehe. Zudem seien die Grundstückskapazitäten in Bad Rothenfelde bis auf knapp 20 Grundstücke am Nunnensiek erschöpft.

Mit dem Eigentümer Heinz-Peter Fichter, dem etwa 5,3 Hektar Fläche des Vogelpark-Geländes gehören, will die Gemeinde Gespräche über die Möglichkeiten der künftigen Nutzung führen. Er hat seine Diskussionsbereitschaft bereits zugesagt.