Vermischtes Musikfachblätter würdigen Pink Floyd und Nirvana

23.09.2011, 06:07 Uhr

Eine CD-Beigabe gehört längst zum Standardprogramm der meisten Musikzeitschriften. Derzeit liegen am Kiosk jedoch zwei Hefte aus, die wirklich etwas Besonderes bieten: Das britische Fachblatt «Mojo» mit einem Pink-Floyd-Tribute-Album und der deutsche «Musikexpress» mit seiner Nirvana-Würdigung «20 Jahre Nevermind».

Das anerkannte Rock-Magazin «Mojo» hat für seine Titelgeschichte über Pink Floyd insgesamt 15 Cover-Versionen zu «Dark Side Of The Moon» (1973) und «Wish You Were Here» (1975) in Auftrag gegeben. Meist noch recht unbekannte, aber talentierte Künstler interpretieren eindrucksvoll die beiden monumentalen Artrock-Alben.

In den Bearbeitungen von Wolf People (»Time«), The Pineapple Thief («Money»), The Last Hurrah! («The Great Gig In The Sky») oder Neville Skelly («Brain Damage») wird die zeitlose Qualität der «Dark Side...»-Songs überdeutlich. Die Interpretation von «Wish You Were Here» ist stärker elektronisch grundiert, beispielsweise mit Beak, John Foxx oder The Orb. Fazit: Die Mojo-CD «Return To The Dark Side Of The Moon» ist eine Bereicherung für die Plattensammlung nicht nur von Floyd-Fans.

Volle Punktzahl auch für «A Tribute To Nevermind», die Verbeugung des «Musikexpress» vor dem Grunge-Klassiker der Seattle-Rocker Nirvana. Hier sind es auch deutsche Künstler, die die Bedeutung von «Nevermind» (1991) für die Rock-Historie würdigen, beispielsweise Sir Simon («Smells Like Teen Spirit»), Selig («Lithium») oder Thees Uhlmann («On A Plain»).

Wut und Wucht der Originale erreichen die 13 Cover-Versionen nicht, aber respektvoll und spannend sind sie alle. So interpretieren Mando Diao den Überhit «Come As You Are» als eingängigen Beat-Song mit Soul-Gesang, und Get Well Soon spendieren «Drain You» ein für die deutsche Band typisches Barockpop-Arrangement. Mit CD-Beilagen wie dieser sind Musikzeitschriften auch in Krisenzeiten eine lohnende Sache.