Vermischtes „Müsli“ für junge Ferkel

20.07.2009, 22:00 Uhr

Ferkel haben keine Bettdecke! Aber die brauchen sie auch nicht. Denn in ihrem „Ferkelnest“ ist der Fußboden mollig warm. Davon überzeugten sich Marvin und Fiona gestern beim Besuch auf dem Hof Brinkmann in Bad Iburg. Fast 30 Kinder folgten der Einladung des Landvolkverbandes, in kleinen Gruppen hinter die Kulissen landwirtschaftlicher Betriebe zu blicken.

Insgesamt 17 Höfe in Bad Iburg und Glane öffneten für die Kinder ihre Stalltüren. Ein gemeinsames Frühstück, ausgerichtet vom Landfrauenverband, ging auf dem Hof Brinkmann den Besichtigungen voraus. Erst wenige Tage alt waren die kleinen Ferkel, die Gerd Brinkmann anschließend seinen jungen Besuchern zeigte. Ein Ferkelschutzkorb verhindert, dass die Sau ihre Jüngsten versehentlich erdrückt. „Nach drei bis vier Wochen werden die Ferkel abgesetzt“, erklärte der Landwirt. „Dann kommen sie in einen eigenen Stall.“

Manche Gewohnheiten sitzen tief: Das gilt – zumindest anfangs – auch für die Esskultur. „In den ersten Tagen wollen die Ferkel immer gleichzeitig fressen.“ Von Gerd Brinkmann bekommen sie deshalb ihr Futter in einem großen Trog, bis sie gelernt haben, sich nacheinander am Futterautomaten zu „bedienen“. Ein Computer regelt Ventilation und Temperatur – und die sinkt mit zunehmendem Alter. Bei einem Gewicht von 25 bis 30 Kilogramm verlassen die Ferkel schließlich den Hof und wechseln zum Mäster.

Insgesamt 250 Sauen hält Gerd Brinkmann. Das Futter baut er auf 70 Hektar Ackerland größtenteils selbst an: Mais, Weizen und Gerste kippte Marvin mit einer kleinen Karre in die Mühle, die die Grundbestandteile des Futters zu Mehl verarbeitet. „Das ist wie euer Müsli zu Hause“, erklärte der Züchter. Das nötige Wasser mischen sich die älteren Ferkel mit der Schnauze selbst hinein. Eine Spielkette sorgt dafür, dass es den Tieren in ihrem Stall nicht langweilig wird. Und natürlich haben alle Ferkel eine ordnungsgemäße Plakette im Ohr: „Auf diese Weise kann selbst ein Bauer in Spanien genau nachvollziehen, von welchem Hof das Ferkel kommt.“

Natürlich durfte eine Runde auf dem Trecker beim Besuch auf dem Bauernhof nicht fehlen. Zum Abschluss hielt Gerd Brinkmann unterdessen noch eine besondere Überraschung bereit: Begeistert nahmen die Kinder auf dem langen Transportband Platz, das sich hinter dem Trecker in einen „fliegenden Teppich“ verwandelte.