Vermischtes Mitmenschen zu helfen ist Ehrensache

05.07.2009, 22:00 Uhr

„Täglich eine gute Tat“ lautet ein Leitspruch der Pfadfinder. Aber nicht nur Pfadfinder leben und handeln nach dieser Devise. In Haselünne ist von Mitgliedern des Initiativkreises familienfreundliche Stadt eine Idee entwickelt worden, die das Pfadfinder-Motto unter dem Slogan „Helfen? – Ehrensache“ umsetzen möchte.

„Am Anfang unserer Überlegungen stand die nicht neue Erkenntnis, dass auch in Haselünne Menschen leben, die Hilfe brauchen, sich einsam fühlen oder Rat suchen“, erklärte Margret Berentzen, die zusammen mit Wilfried Beckmann, Aloys Hegge und Ruth Heinsohn die Initiative zur Gründung eines „Freiwilligen Service“ ergriff. Keinesfalls, so fügt sie hinzu, wolle man in Konkurrenz zu den bereits beispielhaft aktiven Hilfsorganisationen treten.

„Uns geht es einzig und allein darum, einen Teil unserer Zeit sinnvoll zu verschenken und dabei unsere speziellen Fähigkeiten für andere nutzbar zu machen. Und selbstverständlich bieten wir auch Vermittlungen zu anderen Hilfsorganisationen und Einrichtungen an“, ergänzte Wilfried Beckmann in einem Gespräch im Familienzentrum, an dem auch der Leiter des Hauses Peter Joachim und Bürgermeister Werner Schräer teilnahmen.

Dieser sprach von einem zusätzlichen Baustein zur Erhöhung der Lebensqualität im Bereich der Stadt Haselünne. Das Familienzentrum, so Schräer, sei der ideale Ort, um als „ehrenamtlicher Servicebetrieb“ seine Dienste anzubieten.

Neben der katholischen Kirchengemeinde St. Vincentius und der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitsgemeinde fördere auch die Stadt die Initiative „Freiwilligen Service“. Wer Zeit an Mitmenschen verschenken möchte, ist gut beraten, sich mit den von der Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf zum Thema ehrenamtliches Engagement formulierten Fragen zu beschäftigen: „Überlegen Sie sich zunächst einmal, was Sie anzubieten haben und was Sie gerne beitragen würden? Sind Sie gut zu Fuß und können für einen behinderten Menschen einkaufen? Verstehen Sie viel von der Bürokratie und können einem ausländischen Nachbarn bei den Behördengängen und dem Ausfüllen der Formulare helfen? Können Sie gut zuhören und wollen sich eines Ihnen bekannten Menschen annehmen, der gerade seinen Partner verloren hat?“

Die vier Initiatoren sind unter der Telefonnummer 05961/262 zu folgenden Zeiten erreichbar: Von Montag bis Mittwoch zwischen 8 und 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 17 Uhr und jeden Freitag von 8 bis 12 Uhr. Jeden Dienstag sind sie im Familienzentrum St. Vincentius am Holzbaumweg von 16 bis 18 Uhr zu sprechen. Gestartet wird der Freiwilligen Service Haselünne am 4. August.