Vermischtes „Mitarbeiter dürfen sich einmal auf die Schulter klopfen“

02.07.2009, 22:00 Uhr

Mi t Zeugnissen ist das so eine Sache. Nur wer gute Noten bekommt, mag sie. Umgekehrt muss derjenige, der sich einer Prüfung stellt, auch damit rechnen, dass die Zensuren anders als erhofft ausfallen.

Eine Art Zeugnis erhielt auch das Alten- und Pflegeheim Simeon und Hanna in Eielstädt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Werner Frickenhelm, Vorsitzender des Diakonievereins, der Träger der Einrichtung ist, formulierte so: „Wir sind stolz auf Sie, auf das Haus. Machen Sie so weiter.“

Nach einem Fragenkatalog wurden Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter befragt. Maßstab für das Resultat sind vergleichbare Einrichtungen der Diakonie in Niedersachsen. Neuerungen in der Pflegeversicherung, die seit dem 1. Juli gelten, machten die Verantwortlichen nachdenklich, führten zu der Überlegung, aktiv werden zu wollen. Von diesem Punkt aus war es nicht mehr allzu weit, sich in ein Projekt, das in Hannover lief, einzuklinken. Entscheidend beim Verfahren, dass auswärtige Gutachter und Prüfer in das Heim kamen. Es war ein externer Vergleich mit 40 Objekten in Niedersachsen, die sich an der Aktion der Projektgruppe Netzwerk Pflege des Diakonischen Werkes Hannover beteiligten. Naturgemäß bringt eine Überprüfung Stress mit sich. Dass identische Ausgangspositionen unterschiedlich eingeschätzt werden, zeigte sich. Während Angehörige das umfangreiche Veranstaltungsangebot lobten, wünschten sich die Bewohner zusätzliche Aktivitäten genau in diesem Bereich. Erfreulich für das Altenzentrum, dass es im Vergleich zu den anderen diakonischen Einrichtungen überdurchschnittlich gut abschneidet. Höchst erfreulich, so Reutepöhler, ist die Zusammenfassung der Angehörigenbefragung: „Das Altenzentrum Simeon und Hanna erhält im Diakonievergleich eines der besten Urteile. Es gibt aus der Sicht der Angehörigen keine auffällige Kritik. Das Leistungsniveau sollte gehalten werden, damit die Angehörigen auch in Zukunft so zufrieden sind.“

Bei der Befragung bestand die Möglichkeit, Kommentare abzugeben. Diese dienen als Grundlage mit dem Qualitätszirkel des Hauses, die Anregungen durchzugehen. Zwei Dinge tauchen wiederholt auf. „Es fehlt an Zeit für jeden einzelnen Bewohner“ und „Ich denke, dass ihr tolle Arbeit leistet. Weiter so“. Punkt eins hat mit der Einhaltung des Personalschlüssels zu tun und führt zwangsläufig dazu, dass nicht genügend Personal vorhanden ist. Auffällig in der Analyse, dass das, was in anderen Häusern vielfach Knackpunkt war, in Simeon und Hanna von Bewohnern und Angehörigen gleichermaßen Bestnoten erhielt: die Zimmer- und Wäschereinigung. „Die Mitarbeiter dürfen sich einmal auf die Schulter klopfen“, betonte der Heimleiter. Mit diesem Urteil hatte er nicht gerechnet und lernte daraus: „Wir sehen meist die Kritiker und nicht die Leute, die Bemühungen anerkennen.“

Bei der Befragung der Bewohner, 40 Personen, halfen Schüler einer Altenpflegeschule. Bei den Ergebnisse gab es im Durchschnitt kaum Abweichungen vom niedersächsischen Durchschnitt. Knapp im kritischen Bereich lag die Bewertung bei der Beachtung des persönlichen Lebensbereichs. „Da müssen wir schauen, woran das liegt“, sagte Reutepöhler. Und im Hinblick auf das Veranstaltungsangebot sagte er: „Wir tun eindeutig mehr als die meisten anderen. Und doch ist es für die Bewohner noch zu wenig.“ Allerdings ist das wiederum mit dem bestehenden Personalschlüssel kaum zu leisten. Entsprechend froh ist der Heimleiter über die Aktivitäten des Ehrenamtlichenkreises, der vieles abfängt. Dennoch sei klar, dass sich das Heim mit einzelnen Punkten der Befragung auseinandersetzen werde, um zu schauen, was besser gemacht werden könne.

„Die Gesamtstimmung ist recht gut. Das freut mich“, fasste Reutepöhler das Ergebnis der Mitarbeiterbefragung zusammen. Dort beteiligten sich 35 der 87 Beschäftigten. Kritisiert wurden (wie überall) die Arbeitsbedingungen. Gegenüber der Diakonie Hannover ist die Zufriedenheit mit den Vorgesetzten etwas geringer, deutlich höher ist die Zufriedenheit mit der Organisation, dem Ruf der Einrichtung und der Bezahlung. Und auch das spricht für sich. Die Prüfer schrieben Simeon und Hanna ins Stammbuch, sich auf keinen Fall auf dem Erreichten auszuruhen. Der Heimleiter: „Es ist schön, dass die Bemühungen der Mitarbeiter von Bewohnern und Angehörigen wahrgenommen werden.“