Vermischtes MeyerWerft Marktführer unter deutschen Werften

29.12.2002, 23:00 Uhr

Die Meyer Werft bleibt die erste Adresse unter Schiffbauern in Deutschland. Auch im abgelaufenen Jahr lieferte sie wieder drei Schiffe mit einer Gesamtbauleistung von 197079 Bruttoraumzahl (BRZ) ab. (2001: drei Schiffe mit 199569 BRZ). Nach Angaben des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) folgen auf den nächsten Plätzen in Deutschland die J.J. Sietas Schiffswerft in Hamburg mit 176960 BRZ (14 Schiffe), sowie Aker MTW Werft aus Wismar mit 143649 BRZ (fünf Schiffe) und die Volkswerft Stralsund mit 132415 BRZ (fünf Schiffe).

Die Nordseewerke Emden nehmen in dieser Statistik für das abgelaufene Jahr immerhin den achten Platz mit einer Gesamtbauleistung von 76657 BRZ (drei Schiffe) ein. Als weitere Werften aus der Region werden die Ferus Smit GmbH aus Leer mit 19731 BRZ (drei Schiffe) auf dem 16. Rang und die Cassens Werft GmbH aus Emden mit 4416 BRZ (zwei Schiffe) auf dem 18. Rang geführt.

Allerdings wird die Papenburger Meyer Werft ihren Spitzenplatz der vergangenen beiden Jahren in 2003 auf jeden Fall einbüßen. Laut Firmenchef Bernard Meyer wird im August das nächste Schiff, die ,,Serenade of the Seas" (cirka 90.000 BRZ) als einziger Luxusliner in gesamten Jahr an die Reederei Royal Caribbean International (RCI) abgeliefert. Im neuen Baudock der Werft entsteht zudem das vierte Schiff für RCI, die Jewel of the Seas. Sie wird jedoch erst im Jahr 2004 fertiggestellt. Während an der Fähre Pont-Aven für Brittany Ferries in den Vorfertigungshallen bereits gearbeitet wird, entsteht die Konstruktion des 23. Passagierschiffes für Indonesien in den technischen Abteilungen der Werft. Für 2005 und 2006 hat die Werft noch zwei weitere Aufträge mit Rücktrittsrecht (Radiance-Klasse) für die Reederei RCI im Orderbuch.

In seiner Jahresstatistik weist der Verband für Schiffbau und Meerestechnik aus, dass die deutschen Werften mit ihren insgesamt 120000 Arbeitsplätzen (einschließlich Zulieferfirmen) unter einem enormen Kostendruck der ausländische Konkurrenz stehen. Die deutschen Werften lieferten im abgelaufenen Jahr insgesamt 68 Schiffe im Wert von 3,4 Milliarden Euro ab.

Der Verband merkt zudem kritisch an, dass in 2002 lediglich Bestellungen für 37 neue Schiffe im Wert von 1,3 Millionen Euro eingegangen seien. Der Gesamtauftragsbestand beläuft sich damit auf 110 Schiffe im Wert von fünf Milliarden Euro. Damit sei das Auftragsvolumen weiter gesunken.