Vermischtes Medaillenchancen für Gespannfahrer

16.07.2009, 22:00 Uhr

Große Ereignisse im Zwei- und Vierspännersport werfen ihre Schatten voraus. Die emsländische Fahrsporthochburg PSG Lähden ist mit fünf Gespannfahrern maßgeblich daran beteiligt.

Mit Carola Diener, Dennis und Daniel Schneiders sowie Christof Weihe stehen allein vier Fahrer der PSG Lähden im Focus der heute beginnenden Deutschen Meisterschaften für Pony-Zweispänner in Minden. Medaillenchancen hat der Bronzemedaillengewinner von 2008, Daniel Schneiders. Mit den Lähdenern und den anderen 26 Pony-Zweispännern auseinandersetzen muss sich der Weser-Ems-Meister von 2008, der Dörpener Andreas Bollingerfehr.

Während Bollingerfehr und die Lähdener Weihe, Diener und Dennis Schneiders nur Außenseiterchancen haben, ist dem Hufschmied Daniel Schneiders durchaus ein Platz auf dem Treppchen zuzutrauen. 2008 setzte er erstmals ein neues Gespann ein, da fehlte es noch an der Praxis. Nach einem Jahr ist das Schnee von gestern. Mit einer Medaille dürfte Daniel Schneiders sicher zu den Pony-Zweispännern gehören, die Deutschland vom 14. bis 16. August bei den Weltmeisterschaften im westfälischen Greven vertreten werden.

Zur WM 2010 der Vierspänner möchte auch der bekannteste Gespannfahrer Lähdens, Christoph Sandmann. Sandmann, der nach dem Rücktritt des Neu-Isenburgers Michael Freund vom internationalen Viererzug-Sport zur deutschen Nummer eins aufrückte, ist auf dem besten Wege dorthin. Beim großen internationalen Fahrturnier des CHIO Aachen überraschte der Spediteur mit eigener Firma die Fachwelt und sich selbst, als er in der Einzelwertung hinter den zurzeit weltweit stärksten Gespannfahrern Boyd Exell (Australien) und Ijsbrand Chardon (Niederlande) Platz drei belegte. Da dann auch noch Deutschland mit Sandmann als Teamleader sowie mit Michael Brauchle und Christian Plücker leicht überraschend hinter den siegreichen Niederländern, aber vor den Schweizern Rang zwei belegte, freute sich Sandmann umso mehr über seinen Coup, den er gut zwei Wochen zuvor in England gelandet hatte. „Es ging alles verdammt schnell. Da wurde ein komplettes und eingefahrenes Vierergespann frei.“ Sandmann zögerte nicht lange und holte die Vierbeiner auf den Osthümmling. „Zwei Pferde aus dem englischen Gespann schlugen sofort richtig in meinem Gespann ein.“ Dass es dann in Aachen gleich super lief, damit hatte der dreifache Familienvater nicht gerechnet.

Training – durchaus mehrere Stunden am Tag – sollen den neuen „alten“ Viererzug auf Vordermann bringen. Vielleicht folgt bereits in gut zwei Wochen in Riesenbeck die nächste Überraschung. Dort könnte bei entsprechender Leistung der dreifache Deutsche Meister (1999, 2005, 2007) zu seinem vierten deutschen Titel fahren. Der dreimalige Mannschaftsweltmeister (1992, 1994, 2006) und Einzel-Vizeweltmeister von 2002 sowie Weltcup-Sieger von 2008 ist sich sicher: „Wenn ich meine Dressur verbessere und im Gelände zur alten Stärke zurückgefunden habe, dann ist alles möglich.“ Sandmann, sonst durchaus vorsichtig mit Prognosen, ist begeistert von seinen neuen Sportpartnern: „Wenn das Gespann eingefahren ist, dann dürfte ich mich für einige Zeit wieder unter den besten Viererzugfahrern der Welt festsetzen.“ Ob diese Prognose stimmen kann, wird sich zeigen, wenn Sandmann in Riesenbeck und bei den internationalen Turnieren in Beekbergen (NL), Breda (NL) und Donaueschingen fährt.