Vermischtes Manchester ist Trumpf: United vor City

19.09.2011, 10:54 Uhr

Den Erzrivalen in die Knie gezwungen, den Stadtrivalen auf Distanz gehalten und die makellose Startbilanz ausgebaut: Titelverteidiger Manchester United ist in der englischen Premier League das Maß aller Dinge.

Mit dem 3:1 im Spitzenspiel gegen den FC Chelsea stockten die «Red Devils» ihre beeindruckende Ausbeute auf 15 Punkte aus fünf Spielen und 21:4 Tore auf - doch Trainer Sir Alex Ferguson schlug nach dem starken Auftritt vor 75 455 Fans im Old Trafford auch kritische Töne an.

«Es war ein fantastisches und offenes Spiel, in dem wir uns mehr Chancen herausgearbeitet haben. Wir haben uns aber auch selber Probleme bereitet, denn wir hatten zu viele Ballverluste, so dass Chelsea immer wieder kontern konnte. In der ersten Halbzeit hätten sie zwei oder drei Tore machen können», resümierte Ferguson.

Auch wenn der letztjährige Champions-League-Finalist nicht perfekt agierte, ging er nach den Toren von Chris Smalling (8.), Nani (37.) und Wayne Rooney (45.) als verdienter Sieger vom Platz. «Wir haben über weite Strecken großartig Fußball gespielt, waren aber auch sehr fahrlässig», meinte Ferguson in Anspielung auf eine Vielzahl von vergebenen Chancen. Stürmerstar Rooney verschoss in der 57. Minute sogar einen Foulelfmeter, als er bei der Ausführung wegrutschte.

Dieses Missgeschick und der Gegentreffer von Fernando Torres (46.) blieben jedoch folgenlos, weil auch Chelsea im Abschluss arg sündigte. «Wir hatten sehr gute Gelegenheiten, auszugleichen oder sogar selbst in Führung zu gehen. Das Ergebnis bildet das Spiel nicht wirklich ab», bilanzierte Chelsea-Coach André Villas-Boas.

In der 83. Minute brachte Torres das Kunststück fertig, aus fünf Metern am leeren Tor vorbeizuschießen, nachdem er United-Torwart David de Gea bereits umkurvt hatte. Villas-Boas blieb da nur Galgenhumor: «Rooney hat einen Elfmeter vergeben, was im Prinzip das Gleiche ist. Zwei der weltbesten Stürmer haben verrückte Chancen vergeben. Es war halt ein chaotisches Spiel.»

Mit zehn Zählern liegt der Champions-League-Gruppengegner von Bayer Leverkusen schon fünf Punkte hinter dem Spitzenreiter, der in dieser Saison wohl am meisten den Lokalrivalen Manchester City (13) fürchten muss. Auch die «Citizens» sind noch ungeschlagen, verspielten beim 2:2 gegen den FC Fulham aber eine Zwei-Tore-Führung und damit die ersten Punkte.

Sergio Agüero schien die Gäste mit einem Doppelschlag (18./46.) auf die Siegerstraße gebracht zu haben, doch Bobby Zamora (56.) und Danny Murphy (75.) glichen für Fulham aus. «Es ist unglaublich. Wir verlieren zwei Punkte, obwohl wir 2:0 führen und das Spiel dominieren. Das sollte uns eine Lehre sein. Ich bin frustriert, weil wir eigentlich gewinnen mussten», klagte Manchesters Trainer Roberto Mancini.