Vermischtes Leonardo folgt Benitez als Inter-Trainer nach

26.12.2010, 12:03 Uhr

Champions-League-Sieger Inter Mailand hat Ex-Weltmeister Leonardo als neuen Trainer und Nachfolger des entlassenen Spaniers Rafael Benitez verpflichtet.

Der 41 Jahre alte frühere Fußball-Profi aus Brasilien erhält beim Achtelfinal-Gegner des FC Bayern München einen Vertrag bis Juni 2012. Leonardo soll den derzeit schwächelnden Tabellensiebten der italienischen Serie A wieder zu alter Stärke führen.

Leonardo hatte bis zur vergangenen Saison den AC Mailand trainiert. Er konnte mit Inters Lokalrivalen aber keine großen Erfolge feiern und verließ den Club nach Differenzen mit dem Besitzer und italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Inter-Präsident Massimo Moratti sagte der Online-Ausgabe des italienischen Fachblattes «La Gazzetta dello Sport» zu der Personalentscheidung: «Leonardo zu Inter eine Brüskierung Milans? Diese Sichtweise gefällt mir nicht. Es wäre unerfreulich, wenn das so gesehen würde.»

Nach Giuseppe Bigogno, Giovanni Trapattoni, Ilario Castagner und Alberto Zaccheroni ist Leonardo der fünfte Trainer, der diesen brisanten Wechsel vom AC zu Inter vollzieht. Er spielte zudem für Milan von 1997 bis 2001. Als Nationalspieler waren der WM-Titel 1994 und die Vize-Weltmeisterschaft vier Jahre später seine größten Erfolge.

«Wir sind überzeugt, dass er fähig ist, seine Klasse, seine Erfahrung als Champion und seine Mentalität im Interesse des Clubs so einzusetzen, das wir die Ergebnisse erreichen, die Inter und seine Fans wollen», hieß es in einer Mitteilung des Meisters bei der Bekanntgabe der Verpflichtung an Heiligabend. Leonardo leitet am 29. Dezember erstmals das Training.

Sein Vorgänger Benitez musste nach nur sechs Monaten seinen Stuhl räumen. Inter hatte sich am Donnerstag mit dem 50 Jahre alten Spanier, der zuvor mit dem FC Liverpool große Erfolge gefeiert hatte, auf eine Auflösung des Zweijahresvertrags geeinigt. Italienischen Medien zufolge soll der Verein Benitez eine Abfindung von drei Millionen Euro zahlen. Der Zweijahresvertrag sei mit acht Millionen Euro netto dotiert gewesen.

Auch mit dem Gewinn des italienischen Supercups und zuletzt der Club-Weltmeisterschaft vor gut einer Woche konnte der seit langem stark in der Kritik stehende Benitez seinen Job nicht mehr retten. Erst im Sommer war er für den zu Real Madrid gewechselten Trainer- Star José Mourinho vom FC Liverpool nach Mailand gewechselt. Der Spanier konnte aber nie an die Erfolge des Portugiesen anknüpfen, der mit Inter das Triple geschafft hatte. Der Titelverteidiger liegt in der Serie A mit 13 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Milan schon abgeschlagen auf Rang sieben.