Vermischtes „Klimaschutzziele bereits jetzt übertroffen“

15.07.2009, 22:00 Uhr

Das Sportzentrum an der Jahnstraße in Bohmte und ab dem kommenden Jahr auch das Freibad Bohmte werden mit Wärme aus Biogas beheizt. Die entsprechenden Verträge sind unterzeichnet worden (wir berichteten).

Dieses Vorhaben ist Bestandteil des sogenannten Wärmekonzeptes der Gemeinde. Wie sieht dieses Konzept aus? Wie sollen künftige Energieverbrauch und Heizkosten reduziert werden? Seit 2003 wird durch den Fachbereich Gebäudemanagement im Fachdienstes Planen und Bauen der Gemeinde Bohmte ein gezieltes Energiemanagement durchgeführt. Dabei erhebt die Abteilung regelmäßig die Energieverbrauchsdaten der von ihr betreuten Gebäude.

„Durch die Chronologie der Datenerhebung und -auswertung (Plausibilitätskontrolle) wird jährlich ein entsprechender Energiebericht vorgelegt“, sagt Bürgermeister Klaus Goedejohann. Durch Maßnahmen, wie die Erneuerung der Straßenbeleuchtung, den Bau von Hackschnitzelheizungen, Dachsanierungen, Heizungserneuerungen, Fenstersanierungen, aber auch Anschaffung von energieeffizienten Elektrogeräten und Beeinflussung des Nutzerverhaltens durch die Budgetierung verschiedener Einrichtungen konnte der Energieverbrauch bei den gemeindeeigenen Gebäuden in den vergangenen Jahren im Erdgasbezug um rund eine Million Kilowattstunden jährlich und im Strombezug um rund 200000 Kilowattstunden im Jahr reduziert werden, so die Angaben der Gemeinde.

„Durch den zukünftigen Einsatz der Biogasnutzung im Sportzentrum wird der Bezug von fossilen Brennstoffen nochmals um 1,4 Millionen Kilowattstunden jährlich zurückgehen“, erläutert Goedejohann. Dadurch würden im gleichen Zeitraum die CO2-Emissionen von ca. 1,8 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr auf ca. 1,18 Millionen einschließlich der Verringerung durch die Nutzung der Biogaswärme im Sportzentrum reduziert. Diese bedeutet insgesamt eine Reduzierung der Treibhausgase um rund 34 Prozent. „Damit hat die Gemeinde Bohmte alle bisher formulierten Klimaschutzziele bereits jetzt übertroffen“, betont der Bürgermeister.

Die Gemeinde Bohmte werde sich auf dem Erreichten aber nicht ausruhen, sondern weiter an wirtschaftlichen Projekten zur Reduzierung des Energieverbrauchs der öffentlichen Einrichtungen arbeiten. So wird wie berichtet bei der Errichtung der Kinderkrippe am kommunalen Kindergarten Wirbelwind in Bohmte mittlerweile die dritte Holzhackschnitzelheizung eingebaut.

Woher kommt der Brennstoff? Die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs produzieren jährlich durch das Freischneiden der Wegeseitenränder rund 500 Kubikmeter Holzhackschnitzel. Dies entspricht einer Energiemenge von rund 400000 Kilowattstunden Strom oder 40000 Liter Heizöl. Ein Teil dieser Holzhackschnitzel – früher ein Abfallprodukt – wird nun zur Beheizung von öffentlichen Gebäuden genutzt.

Zudem werden die Maßnahmen zur energetischen Sanierung des Altbaus der Erich-Kästner-Schule in Bohmte im Rahmen des Konjunkturpakets II ebenfalls zu einer nennenswerten Reduzierung des Energieverbrauchs führen. Aber auch über die kommunalen Liegenschaften hinaus sind Strategien zum Einsatz regenerativer Energien in der Gemeinde Bohmte in der Diskussion. Nach Auskunft von Goedejohann sind hier insbesondere die Entwicklung weitere Nahwärmekonzepte unter Einbindung der Biogasanlagen in der Gemeinde Bohmte, wie aktuell in Hunteburg, in Vorbereitung und die Überlegungen für die Gründung einer Bürgergenossenschaft zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden zu nennen. Im Hinblick darauf lässt die Gemeinde Bohmte derzeit alle Dächer der in ihrem Eigentum befindlichen Gebäude überprüfen. Die Ergebnisse sollen nach der Sommerpause vorliegen.