Vermischtes „Klimaschutz ist eine Frage der globalen Gerechtigkeit“

06.07.2009, 22:00 Uhr

„Wir befinden uns mitten im dritten Weltkrieg, dem Vernichtungsfeldzug gegen unsere Kindeskinder“, sagt Klaus Maßmann mit den Worten Michael Endes, Schöpfer von „Momo“. Maßmann, Mitglied der Klima Allianz, ist Veranstalter der Ausstellung „Klima der Gerechtigkeit“, die vom 5. bis zum 27. Juli im Rathaus und Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Wersen zu sehen ist.

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) hat sich mit über 100 Organisationen zur „Klima Allianz“ zusammengeschlossen, mit dem Ziel, „sich gemeinsam für konsequenten Klimaschutz in Deutschland und der Welt einzusetzen, denn Klimaschutz ist eine Frage der globalen Gerechtigkeit“. Schon heute seien die Menschen in vielen südlichen Ländern von Dürre und Überschwemmungen, Aussterben von Pflanzen- und Tierarten und Wetterextremen betroffen, obwohl sie nur einen äußerst geringen Anteil am CO2- Ausstoß hätten.

Neben der Weltwirtschaftskrise, der Gefahr von Atomkriegen und Kraftwerksunfällen habe eine schleichende Klimaveränderung eingesetzt. „Seit der Industrialisierung hat sich die Erde um 0,8 Grad erwärmt. Bei mehr als zwei Grad bis 2100 können katastrophale Folgen Nahrung, Wohnen und eine gesunde Umwelt stark gefährden“, berichtet Klaus Maßmann. Die Folgen des Klimawandels seien nicht mehr aufzuhalten, nur noch zu mildern, wenn bis 2050 die weltweiten Emissionen von Treibhausgasen um mehr als 70 Prozent reduziert würden.

Die VEM fördert den Einsatz regenerativer Energien aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme. Sie unterstützt Entwicklungsländer mit Baumpflanzaktionen, Bau von Wasserversorgungssystemen und Kleinst-Wasserkraftanlagen, Gewinn von Biogas aus Kuhdung, Ausbildung in Viehzucht, Fischerei und Ökolandwirtschaft. Sie verschenkt Minicomputer zur Berechnung des persönlichen CO2-Verbrauchs und gibt Denkanstöße: „Vermeiden Sie Schnellfahren in der Stadt, jährliche CO2-Einsparung von 1749 kg und 840 Euro.“ Maßmann: „Ich nutze stärker öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad und gehe kürzere Strecken zu Fuß. Vor den nächsten Kommunalwahlen befrage ich die Kandidaten, was sie für das Klima tun wollen, und konfrontiere sie mit Entscheidungen der vergangenen Legislaturperiode, die dem Klima geschadet haben.“

Im Gemeindehaus Wersen ist die Ausstellung sonntags von 11 bis 12 Uhr und 14.30 bis 17.30 Uhr sowie donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr zu sehen, im Rathaus montags bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie dienstags von 14.30 bis 16 Uhr und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr.