Vermischtes Kirche wieder mit einheitlichem Dach

10.07.2009, 22:01 Uhr

Es ist vollbracht: Die Neueindeckung des Kirchendaches der evangelischen Kirche in Hasbergen ist abgeschlossen. Das Gerüst ist bereits entfernt, sodass die Kirchgänger schon wieder einen ungetrübten Blick auf das mit Schiefer eingedeckte Dach ihres Kirchenschiffs genießen können. Nur noch einige wenige Restarbeiten müssen die Handwerker in der übernächsten Woche erledigen.

Etwa 200000 Euro hat die Sanierung gekostet. Eine Fläche dieser Größenordnung komplett mit Schiefer einzudecken erfordert das Know-how eines Fachunternehmens. „Das war schon interessant anzusehen, mit welcher Präzision und gleichzeitig hoher Geschwindigkeit die Handwerker gearbeitet haben“, lobt Egon Driemeyer die Mitarbeiter des Unternehmens.

Und dabei hat die Gemeinde keinen Cent dazugezahlt. Die Gesamtsumme der Renovierung teilen sich die Landeskirche zu 60 Prozent und die Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften mit 40 Prozent, die aus EU-Mitteln für die Erhaltung von Kulturdenkmälern stammen.

Die 1901 erbaute Kirche war ursprünglich mit Schiefer gedeckt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schieferdach durch Kupfer und rote Ziegel ersetzt. Das nun wieder Schiefer für die Bedeckung sorgt, ist allerdings nicht nur eine Geschmacksfrage. Zum einen sollte die Kirche unter Denkmalsgesichtspunkten renoviert werden, zum anderen hat Schiefer eine hohe Lebenserwartung, sodass die Kirchengemeinde nun erst einmal etliche Jahre Ruhe haben dürfte vor Schäden jeglicher Art. Zudem sorgt eine drei Zentimeter starke Platte, die zusätzlich durch eine dünne Bitumenbahn geschützt wird, für zusätzlichen Schutz gegen Feuchtigkeit. Erst auf diese Schutzschicht wurden die Schieferplatten mit Kupfernägeln befestigt. Durch die verdeckte Nagelung ist von den Nägeln allerdings nichts zu sehen.

Immerhin hatte es in den vergangenen Jahren an einigen Stellen durchgeregnet. Driemeyer hat in seiner Garage ein Kehlstück liegen, dass schon stark verrottet ist und die Notwendigkeit einer umfänglichen Sanierung nachdrücklich dokumentiert. Außerdem hat er während der Renovierung noch eine letzte der alten Schieferplatten aus dem Jahr 1901 gefunden. Sie soll ebenso wie die verfaulte Kehle zur offiziellen Einweihung des neuen Daches den Gemeindemitgliedern präsentiert werden.

Wahrscheinlich zum Erntedankfest will die Gemeinde die Fertigstellung ihrer Kirche gebührend feiern. Immerhin ist das Dach einer der letzten Schritte gewesen. Sowohl das Innere der Kirche als auch der Kirchturm wurden bereits in den vergangenen Jahren einer Verjüngungskur unterzogen. Der Turm wurde seinerzeit von seiner Kupferhaut befreit und ebenfalls mit Schiefer eingedeckt.

Der Kirchenvorstand jedenfalls ist erleichtert, dass das Projekt Kirchendach nun abgeschlossen ist. Jetzt können Herbst- und Winterstürme mit Regen und Schnee kommen, ohne dass die Gemeindemitglieder Angst vor nassen Gottesdiensten haben müssen.