Vermischtes Kind bei Keiko

07.12.2002, 23:00 Uhr

Schöne Träume- die sollte jedermann haben. Schön aber auch realistisch, damit sie erfüllbar sind. Und wer im – manchmal leider etwas trüben - Alltag noch an die Erfüllung eines schönen Traumes glauben kann, schöpft dadurch neuen Lebenswillen - umso wichtiger, für diejenigen, die an ihrem Leben schwer zu tragen haben.

Andreas, Sven und Jaqueline sind noch so jung - und schon mit einem Schicksal konfrontiert, das nur sehr schwer zu verkraften ist: Der 15-jährige Andreas, dem Ulrike Frauke und Michael Loeken ihre Dokumentation ,,Die Reise zu den Walen...und andere Kinderträume" gewidmet haben, leidet wie die 13-jährige Jaqueline an Krebs.

An der Wand, neben dem Bett hat Andreas einen indianischer Traumfänger befestigt. ,,Um böse Träume abzuwehren", sagt er, nur die guten sollen sich darin verfangen: Etwa solche, wie der Traum von der Reise nach Island, um dort den Filmwal Keiko aus ,,Free Willy" zu besuchen. Denn Andreas liebt Wale, liebt es, ihren Gesängen zu lauschen. Und mit der Unterstützung des gemeinnützigen Vereins ,,Herzens-wünsche e.V.", der schwerkranken Kindern und Jugendlichen durch verschiedene Aktionen neuen Lebensmut vermitteln möchte, macht sich Andreas mit seiner Familie auf den Weg nach Island: ,,Das Beste, was ich je erlebt habe!" wird er später über diese Reise sagen.

,,Die Reise zu den Walen" ist – alleine durch die nüchterne Beschreibung der Lebenswirklichkeit schwerkranker Kinder - ein eindringlicher Film, der sehr nachdenklich stimmen aber auch Mut machen kann. Warum der NDR ihn erst um Mitternacht ausstrahlt, wird er den Zuschauern wohl kaum plausibel machen können.