Vermischtes Kein Platz für Tiere?

31.07.2009, 22:00 Uhr

„Hundeplatz statt Paragrafen-Reiterei“, „SPD: Hunde Nee“ oder „Hunde erziehung unerwünscht?!“ steht auf den Plakaten, die eine Gruppe in aller Frühe am Freitagmorgen vor dem Hagener Rathaus entrollt hat. 15 Mitglieder des Vereins Hagener Hundefreunde wollen so ihrem Frust Luft machen, dass ihnen die Gemeinde eine Freilauffläche verwehrt.

„Wir fordern nicht viel. Eine Fläche, wo die Hunde frei laufen können und sich die Besitzer austauschen können“, sagt Jutta Igelbrink, erste Vorsitzende der Hagener Hundefreunde, die zu 6.30 Uhr extra früh gekommen sind, da viele anschließend zur Arbeit fahren. Jeder wünsche sich einen erzogenen, ausgeglichenen Hund, dafür werde auf Plätzen geübt: „Wo sollen wir denn hin, wenn uns nichts zur Verfügung steht?“ so die einhellige Meinung unter den Hundefreunden.

Auch wenn einige Autofahrer ihre Köpfe nach den Plakaten recken, der Zug scheint in der Gemeinde Hagen in Sachen Hundeplatz abgefahren zu sein. Der junge Verein, in dem allein 30 Mitglieder aus Hagen kommen, hatte eine Pachtfläche an der Natruper Straße/Gellenbecker Straße am Ortseingang Gellenbeck ins Auge gefasst. Mit dem Eigentümer der Flächen war man sich einig geworden, auf der Wiese des Landwirts befindet sich bereits die Anlage des Schäferhundvereins Ortsgruppe Hagen. Engagiert für den neuen Platz hatte sich vor allem Mario Grüter, zweiter Vorsitzender der Hundefreunde. Der 51-Jährige ist als Hundepsychologe tätig und stellte beim Landkreis einen Antrag, der abgelehnt wurde.

Burkhard Riepenhoff, Sprecher des Landkreises Osnabrück, verweist darauf, dass sich die Hundefreunde bereits auf einem sogenannten „schwarzen Hundeplatz“ am Jägerberg getroffen hätten. Dieser war nicht genehmigt, da er im Landschaftsschutzgebiet lag. „Wir stehen gerne beratend zur Seite, was Flächen angeht“, betont Riepenhoff. Grüter habe sich wohl einen neuen Standort gesucht und sein Anliegen vorgetragen. „Aus Laiensicht mag die jeweilige Fläche gut sein, aber meist hängen da Bedingungen dran“, so der Sprecher. Im Fall der Wiese an der Natruper Straße/Gellenbecker Straße handele es sich um Entwicklungsflächen der Gemeinde Hagen. „Diese Flächen sind für Zuzüge, Gewerbegebiete oder Ähnliches reserviert“, so Riepenhoff. Ein Hundeplatz widerspräche dem Charakter der Reservefläche. Zu der Nachfrage, dass ja bereits ein Hundeplatz, der Schäferhundverein Ortsgruppe Hagen, auf dem Gelände etabliert sei, sagt Riepenhoff: „Das kann sein. Diese Entscheidungen liegen bei der Gemeinde.“

„Der Schäferhundverein ist seit über 20 Jahren vor Ort“, sagt Bürgermeister Dieter Eickholt. Da greife schon das Besitzstandsrecht. Die Baulandplanung sei jünger und sehe vor, dass das Gebiet mittelfristig als Wohnbaufläche genutzt werden soll. Die Gemeinde Hagen könne den Hundefreunden zurzeit keine anderen Flächen anbieten. „Wenn der Verein mit einem neuen Vorschlag kommt, sind wir bereit zu helfen“, so Eickholt.

Allerdings ist die Wiese selbst nicht als direktes Baugebiet vorgesehen. Aloys Grba (CDU) vom Bauausschuss der Gemeinde Hagen will sich dem Anliegen der Hundefreunde noch einmal annehmen und sich mit der Verwaltung besprechen. Er betont, dass sich unter der Wiese eine Müllhalde befindet: „Die neue Wohnbebauung ist im angrenzenden Gellenbecker Gebiet vorgesehen, aber ein Hundeplatz könnte dort die Einwohner stören.“