Vermischtes In Kloster Oesede soll bald wieder eine Ölmühle stehen

07.12.2002, 23:00 Uhr

Viele Vereine rund um Osnabrück sprechen von Mitgliederschwund und Nachwuchssorgen – nicht so der Heimatverein in Kloster Oesede. Alleine in diesem Jahr konnte der Vorstand 100 Neuaufnahmen verzeichnen. Ein Grund dafür, so der 1. Vorsitzende Heinz Herkenhoff, sei neben der engagierten Vereinsarbeit für den Georgsmarienhütter Ortsteil möglicherweise auch die Idee, die ehemalige Ölmühle wieder aufzubauen.

"Die gute Mitgliederentwicklung zeichnete sich im März bereits ab, aber ich dachte: Das sind nur Frühjahrserscheinungen", sagt Herkenhoff. Im Spätsommer zählte der Heimatverein Kloster Oesede dann bereits 80 neue Mitglieder. "Und dann haben wir Gas gegeben, um bis Jahresende die 400er-Grenze zu erreichen", erinnert sich der Vorsitzende. Dieses Ziel ist erreicht. Kürzlich unterschrieb Christian Petersmann seinen Aufnahmeantrag und ist das 400. Mitglied im Heimatverein seines Wohnortes.

Herkenhoff: "Große Überzeugungsarbeit mussten wir nie leisten." Der Heimatverein genieße insbesondere deshalb ein hohes Ansehen, weil bei den vielfältigen Aktivitäten die Identifikation mit dem Ortsteil Kloster Oesede im Vordergrund stehe. Und Heinz Herkenhoff räumt mit einem Vorurteil auf: "Das ist nicht nur ein Verein für Rentner und Pensionäre, die neuen Mitglieder sind etwa zwischen 40 und 60 Jahren alt."

Engagiert ist der Heimatverein in verschiedenen Arbeitsgruppen für Handarbeiten, mit der Wandergruppe, der Gruppe für die Klosteraner Ortschronik, dem plattdeutschen Gesprächskreis "Kiekebusk" und gemeinsam mit der kfd (Katholische Frauen Deutschlands) mit der Tanzgruppe "Mühlenhofer". Besonders öffentlichkeitswirksam sind auch die Aktivitäten bei der Pflege des neu gestalteten Marktplatzes und der Wanderwege.

Jetzt plant der Heimatverein Kloster Oesede ein neues Projekt: den Wiederaufbau der ehemaligen Ölmühle am Schlochterbach. Im Vorstand werde diese Idee seit etwa eineinhalb Jahren thematisiert. "Und auch in der Bevölkerung stößt das Vorhaben auf großen Zuspruch", betont Herkenhoff. Der Grundriss des historischen Gebäudes ist auf dem Gelände an der Straße "Auf der Insel" noch zu sehen. Im September vergangenen Jahres hatte Vereinsmitglied und Architekt Wolfgang Poggemann erste Entwürfe für den Wiederaufbau des Mühlenhauses angefertigt.

Ganz billig wird die Projektumsetzung aber wohl nicht. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 300000 Euro. Mit viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder lasse sich die Investitionssumme auf etwa 100000 Euro senken, schätzt Herkenhoff und fügt hinzu: "Noch ist das alles Wunschdenken, aber die ernsthaften Bestrebungen sind in vollem Gange." Die Stadt Georgsmarienhütte steht nach Aussage von Johannes Börger, Abteilungsleiter für Kultur und Jugend, dem Vorhaben positiv gegenüber.

Heinz Herkenhoff plant jetzt, die Entwürfe der Kloster Oeseder Ölmühle zum ersten Mal im Februar bei der traditionellen Grünkohlmahlzeit der Öffentlichkeit zu präsentieren. Danach wird er sich gezielt auf die Suche nach Sponsoren machen. Zunächst im Ort und der näheren Umgebung. Der Heimatverein will sich aber auch nach Fördergeldern, zum Beispiel aus den Töpfen der Europäischen Union, erkundigen.