Vermischtes Im Roman wird Heithöfen zu Heidehofe

17.07.2009, 22:00 Uhr

„Passt leider zurzeit nicht ins Sortiment, blablabla, wünschen weiter alles Gute, blabla, mit freundlichen Grüßen“ – es war für Gertrud Premke kaum eine Überraschung, dass auch ihr neues Werk keinen renommierten Verlag gefunden hat. Und so hat die umtriebige Heithöfenerin „Coco – dramatische Abenteuer eines jungen Hundes“ eben wieder auf eigene Faust veröffentlicht – bei BOD.

BOD – Books On Demand (Bücher auf Nachfrage) steht gewissermaßen für die Demokratisierung der Literaturszene. Für nur 40 Euro kann bei dem Onlineverlag jeder veröffentlichen, was bisher in der Schreibtischschublade schlummerte. Entscheidend daran ist, dass die Bücher bei BOD eine ISBN-Nummer erhalten und damit von jedem Buchladen bestellt werden können. Zweiter großer Vorteil: Autoren müssen keine bestimmte Auflage drucken lassen, sondern können entsprechend der Nachfrage einzelne Exemplare ordern. Leser können Bücher direkt bei BOD bestellen. So geht zum Beispiel der „Premke-Klassiker“ von 2001, „Erlebnis Gambia“, ein Fotobuch, noch immer 20- bis 30-mal jährlich über den virtuellen Ladentisch. Ihre Werke „Bad Essen, Levern und der Mittellandkanal“ sowie „African Children“ hingegen sind mit 1000 beziehungsweise 1500 Stück (beide nicht bei BOD) mittlerweile ausverkauft.

Nun also „Coco“, ein Roman, der hart am Winde der Wirklichkeit segelt. Darin geht es um den gleichnamigen Vierbeiner und die Zweibeiner Freddy und Mary, die im Laufe der knapp 100-seitigen Erzählung seine Herrchen werden. Angesiedelt ist die Geschichte in einem Ort namens Heidehofe, „einem Hundertfünfzig-Seelen-Dorf mit alten Fachwerkbauten am Rande der norddeutschen Tiefebene“. Einheimische werden darin unschwer Heithöfen erkennen, wo die 59-jährige Autorin mit ihrem Heinrich lebt, der im Buch Freddy heißt. Wie die Hündin zu dem Paar kommt und welche „dramatischen Szenen eines jungen Hundelebens“ sich sonst noch ereignen, schildert das Buch in teils sehr lebendigem Stil – vor allem in jenen Passagen, in denen der Leser Teil von Cocos Gedankenwelt wird.

„Man macht es in erster Linie für sich selbst, aber eigentlich habe ich das Buch für meine Enkel geschrieben“, sagt die Autorin, die aufmerksamen Lesern dieser Zeitung auch als Fotografin bekannt sein dürfte. „Verkaufen ist nicht das Ziel, auch wenn ich mich natürlich freuen würde, wenn es gelesen wird. Aber die Idee, mit Büchern Geld zu verdienen, habe ich längst aufgegeben“, fügt sie dann hinzu.

Inhaltlich geht es vor allem darum, die wahre Geschichte von Coco wiederzugeben, die 17 Jahre eher mit als bei Premkes lebte, und darum, „klarzumachen, dass Tiere eine Seele haben, wie sie empfinden und wie das Verhältnis Mensch/Tier sein sollte“. Die ersten vielleicht 20 Seiten sind bereits 1998 entstanden. Der Leiter eines Autorenseminars, dem sie die Rudimente vergangenes Jahr vorlegte, meinte dann: „Da ist mehr drin.“

Und so hat Gertrud Premke einer langen Krankheit im Winter gute Seiten abgewinnen können und das Buch fertiggestellt.

Nun muss es nur noch Leser finden. 8,90 Euro kostet das Werk, das zumindest in Bad Essen in Buchhandlungen vorrätig ist. Alle anderen Händler können es bestellen, ISBN: 978-3-8370-9702-3.