Vermischtes „Ich empfinde das als reine Willkür“

31.07.2009, 22:00 Uhr

Der Vorsitzende der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE-Süd), Hermann Meyering, ist am Donnerstag nicht nur sichtlich erbost, sondern auf hundertachtzig. Der Grund: Die Baustelle des neuen „Zentralen Omnibusbahnhofes“ (ZOB) in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes steht seit Wochen still, weil Meyering auf eine finanzielle Förderung der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) hoffte, die aber der Landkreis Emsland als zuständiger ÖPNV - Aufgabenträger nicht vergeben wolle.

Unsere Zeitung fragte deshalb Meyering, Ulrich Boss, Geschäftsführer Stadtwerke Lingen, und Landrat Bröring nach der Ursache für diesen außerplanmäßigen Stillstand (siehe weitere Berichte auf dieser Seite).

Der Streit um den Zankapfel, hier konkret den inmitten des ZOB neu zu bauenden Informationsleitstandes mit einem Kostenvolumen von rund 600000 Euro, entbrannte, weil die Meinungen, ob dieses Bauvorhaben durch die LNVG gefördert werden kann oder nicht, stark auseinanderdriften.

Meyering, der eine Förderung seitens der LNVG für sich in Anspruch nimmt, zitiert aus einem Schreiben der Behörde: „Aus Sicht der LNVG kann eine Förderung der Leitstelle [...] erfolgen. Ansprechpartner ist hierfür jedoch der zuständige ÖPNV-Aufgabenträger (Landkreis Emsland), der im Einzelfall über eine mögliche Förderung zu entscheiden hat.“ Datiert ist das Schreiben vom 4. Juni 2009.

Auf die Frage unserer Zeitung, warum man es in den vergangenen zwei Monaten nicht geschafft habe, diese Frage zu klären, sondern erst am Mittwoch erfahren habe, dass der Landkreis keinen Zuschuss an einen privaten Bauvorhabenträger vergeben wolle, druckste Meyering mit einer Antwort herum. Kurzum: Man habe sich als VGE-Süd-Vorsitzender und auch als Stadt Lingen nicht getraut, Bröring mit dieser Frage zu konfrontieren. Der Grund: „Jeder weiß doch, dass der Landrat ein Problem mit den privaten Betreibern hat, und deshalb ist dieses Gespräch mehr oder weniger auf die lange Bank geschoben worden – weil es immer gegen uns geht. “

Auch wenn es während der vergangenen Tage und Wochen noch auf der Kippe gestanden hat, ob Meyering auch ohne Fördergelder den Bau in Angriff nehmen werde, so ist doch jetzt klar, dass die VGE-Süd nun „umgehend“ die vorliegenden Planungen umsetzen wird. „Wir werden gegen Mitte der nächsten Woche mit dem Bau beginnen“, erklärte der VGE-Süd-Vorsitzende.

„Die Richtlinien kann man so oder so auslegen“, erklärte Boss auf Anfrage unserer Zeitung. „Wäre Hermann Meyering von seinem Vorhaben abgesprungen, hätten wir mithilfe einer Unterkonstruktion der Lingener Wirtschaftsbetriebe die Leitstelle bauen müssen. Vom Landkreis hätten wir dann als öffentliche Hand die Förderung der LNVG erhalten“, erklärte der Geschäftsführer. So habe es jedenfalls der Landkreis angedeutet.

Auch Boss bestätigte, dass es aus Urlaubsgründen und nicht zu weiter nennenden Einzelheiten zu dieser Verzögerung gekommen ist.