Vermischtes Hoffnung trotz gestiegener Arbeitslosenzahl

30.07.2009, 22:00 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist auf den höchsten Stand seit April 2007 gestiegen. 2690 Frauen und Männer waren im Juli bei der Agentur für Arbeit in Ibbenbüren, die auch Westerkappeln und Lotte betreut, als erwerbslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,7 Prozent.

Gemessen am ganzen Kreis Steinfurt, steht Ibbenbüren damit immer noch am besten da. Vor einem Jahr lag die Quote allerdings bei nur 3,9 Prozent, und es gab 516 Arbeitslose weniger. Blickt man andererseits etwas weiter zurück, erscheinen die aktuellen Zahlen etwas weniger betrüblich. Im April 2007, mitten im Aufschwung, waren 2745 Menschen ohne Job registriert, und die Quote lag bei 5,1 Prozent.

Dass die Arbeitslosenzahlen trotz der angeblich schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit nicht explodiert sind, ist vermutlich auch dem Instrument Kurzarbeit geschuldet. Im Juli machten im Kreis Steinfurt insgesamt 551 Betriebe mit 12639 Beschäftigten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Konkrete Zahlen für den Bereich der Arbeitsagentur Ibbenbüren liegen hier allerdings nicht vor.

Reinhold Strunck-Erpenstein, Chef der Arbeitsverwaltung im Kreis, macht für den Anstieg der Erwerbslosen neben der Rezession auch saisonale Einflüsse geltend. Vor allem Jugendliche, deren Schulbesuch oder Ausbildung beendet ist, belasteten die Statistik. Das deckt sich mit den Daten des Ibbenbürener Arbeitsamtes: Von den gegenüber Juni zusätzlich 166 Arbeitslosen sind fast zwei Drittel jünger als 25 Jahre. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden an allen Arbeitslosen überdurchschnittlich um 26,6 Prozent erhöht.

Bemerkenswert: In der gegenwärtigen Wirtschaftsflaute sind Männer besonders stark von Arbeitslosigkeit bedroht. Während ihr Anteil an der Gesamtarbeitslosigkeit gegenüber Juli 2008 um über 43 Prozent gestiegen ist, waren es bei den Frauen nur 6,6 Prozent.

Strunck-Erpenstein sieht aber auch Hoffnungsschimmer: So sei kreisweit die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vormonat wieder deutlich gestiegen (+ 282). Besonders Zeitarbeitsfirmen meldeten derzeit verstärkt offene Stellen, berichtet Reinhold Strunck-Erpenstein, der daran und an „anderen vereinzelten positiven Signalen“ festmacht, „dass wir auf einen zumindest leichten Herbstaufschwung hoffen können“.

Übrigens: Die Zahl der Langzeitsarbeitslosen ist im Kreis Steinfurt mit 6191 Betroffenen nahezu konstant. Im Raum Ibbenbüren gab es dagegen eine Zunahme von 61 Personen. Kontinuierlich steigt dagegen seit dem vergangenen Jahr die Kurve der Bedarfsgemeinschaften, also Haushalte, die Sozial- oder Arbeitslosengeld II empfangen. In Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Lotte, Mettingen, Recke, Tecklenburg und Westerkappeln gibt es aktuell 2728 dieser Bedarfsgemeinschaften, 103 mehr als vor einem Jahr.

Die einzelnen Arbeitslosenzahlen (in Klammern Zunahme gegenüber Juli 2008): Hörstel (Arbeitsagentur Rheine): 464 (+ 98); Hopsten: 121 (+ 20); Ibbenbüren: 1377 (+ 272); Lotte: 434 (+56); Mettingen: 240 (+ 76); Recke: 223 (+ 61); Tecklenburg (Agentur Lengerich): 187 (+ 63); Westerkappeln: 295 (+ 30).