Vermischtes Haltlos

27.07.2009, 22:00 Uhr

Elternmagazine quellen über vor vermeintlich nützlichen Tipps über das „Grenzensetzen“ und verkünden, dass es die richtige Erziehung leider nicht gibt. Zeit und Geld konnte sparen, wer sich Pia Marais’ Debüt im Ersten ansah. Die Regisseurin, selbst von Hippie-Eltern erzogen, und Koautor Horst Markgraf erklärten nur das absolut Notwendigste und überließen den Zuschauer somit derselben Haltlosigkeit wie die 14-jährige Stevie (Céci Chuh). Gegen ihren Willen in der Kommune des frisch entlassenen Dealer-Vaters (Birol Ünel), schwankte sie zwischen Verschlossenheit und hilflosem Aufbegehren. Doch wie rebellieren gegen Erziehungsberechtigte, die jeden Abend high sind?

Kinder verwahrlosen nicht nur in anonymen Wohnblocks. Sondern dort, wo Eltern vor Verantwortung zurückschrecken, sich weigern, erwachsen zu sein, nur nach ihren Bedürfnissen leben und glauben, es genüge, ihr Kind zu lieben. Die erschütterndste Szene zeigte Stevies Bemühen, der Schulrektorin ihre Eltern zu erklären. Sie war die wirklich Erwachsene in diesem Film. So zeigte das Ende sie konsequent von ihren Eltern getrennt – im Frieden.