Vermischtes Gödingslinde kein Naturdenkmal mehr

13.07.2009, 22:00 Uhr

Die uralte Gödingslinde (Gerichtslinde) im einstigen Vorhof der Burg Wittlage am Senfdamm steht nicht mehr unter Schutz. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte der Landkeis Osnabrück gestern auf Anfrage.

Über viele Jahrzehnte hinweg, zu Zeiten des alten Kreises Wittlage, und auch noch lange nach der Gebiets- und Verwaltungsreform 1972 beim Landkreis Osnabrück, war die mehrere Hundert Jahre alte Linde als Naturdenkmal eingetragen. Diese Unterschutzstellung wurde 2004 aufgehoben. Aus dem Etat der Unteren Naturschutzbehörde mussten bei den Unterhaltungsmaßnahmen hinsichtlich Verkehrssicherungspflicht 50000 Euro eingespart werden. Die Einsparungen seien eine politische Vorgabe gewesen. Deshalb sei unter anderem auch die Gödingslinde aus der Liste der Naturdenkmale gestrichen worden, hieß es dazu aus dem Kreishaus. Neben Wittlage waren auch weitere Bäume im gesamten Osnabrücker Land betroffen.

Kritiker können das nicht nachvollziehen. Die Gödingslinde habe als ehemalige Gerichtsstätte für das Gogericht „Up de Angelbecke“ (an der Hunte) des Amtes Wittlage eine herausragende kulturgeschichtliche Bedeutung. Keine Frage: Die Gödingslinde in Wittlage ist nach wie vor ein Naturdenkmal. Aber mittlerweile eines, das nicht mehr ausdrücklich geschützt ist. Die Gerichtslinde – noch 1583 war der Spruch des Gogerichts in Wittlage, Hunteburg und in einem Teil des Bistums Minden nachweislich Gesetz – steht heute auf Privatgrund. Interessierte können den geschichtsträchtigen und mächtigen Baum vom Radweg (direkt an der B65) aus besichtigen. Das private Grundstück darf natürlich nicht ohne Genehmigung des Eigentümers betreten werden.

Das Wittlager Land stand und steht im Zeichen der Burg. Und diese Wittlager Burg feiert im September 2009 bekanntlich ihr 700-jähriges Bestehen.