Vermischtes „Gesund ist, was schmeckt!“

14.07.2009, 22:00 Uhr

Wir lesen alles über gesunde Ernährung und wissen immer weniger. Es gibt ein Überangebot an Nachrichten, die nicht zusammenpassen. Kaffee war mal gefährlich, soll aber jetzt den Kreislauf stärken. Was ist mit dem Glas Rotwein? Stimmt es, dass die meisten Männer ausgewiesene Fleischesser sind?

Etwa 80 Prozent der Männer in Deutschland ist eine gesunde, kalorienbewusste Ernährung ziemlich egal. Sie achten weder beim Einkauf noch bei der Zubereitung darauf. Das fand zumindest die GFK Marktforschung Nürnberg in einer repräsentativen Umfrage heraus. Danach isst fast jeder dritte Mann (31,8 Prozent) mehrmals pro Woche Fast Food wie Döner, Pommes frites oder Hamburger. Jeder vierte (23,1) verzehre häufig Fertiggerichte mangels Lust oder Zeit zum Kochen, ergab die Befragung.

Früher war alles einfacher: Jeden Tag gab es eine warme Mahlzeit, immer Hausmannskost. Sie bestand aus dem Dreiklang Fleisch, Gemüse und Kartoffeln. Es folgte ein Nachtisch. Heute ist alles durcheinandergeraten. Die Themen Ernährung und Schlanksein sind in aller Munde.

Eine Umfrage in der Redaktion, auf dem Wochenmarkt und in der Stadt bestätigte die Nürnberger Statistik nicht. Danach essen auch Männer gern Gemüse und Salat, vorzugsweise als Beilage zum Fleisch. Und längst nicht alle Frauen legen Wert auf gesundes Essen mit Vitaminen und Ballaststoffen. Bei den Berufstätigen fehlt oft die Zeit.

Alle Frauen, die auf dem Wochenmarkt einkauften, achteten auf Gemüse und Obst. „Ich habe einen pflegeleichten Mann, der isst alles. Meist kombiniere ich halb Gemüse, halb Fleisch“, erzählte Inge Hilker. Bei Waltraut Mäscher besteht der tägliche Speiseplan aus Obst, Gemüse, Käse und Fisch. Ihr ist aufgefallen, dass es bei Veranstaltungen nicht mehr so viele Wurstplatten gibt, dafür mehr Käse und Fisch. „Insgesamt wird weniger Fleisch gegessen. In unserer Familie auf jeden Fall, meine Tochter ist Vegetarierin, und meine Hamburger Schwiegertochter kauft nur Bio-Produkte“, stellte die Rentnerin fest.

Klaus Nickisch gehört ganz klar zur Fraktion der Gemüseesser. „Schon als Kind habe ich gern Gemüse und Eintöpfe gegessen“, erzählte er. Sein Sohn Florian (25 Jahre) bevorzugt ebenfalls Gemüse, während Sohn Stefan (29 Jahre) gerne Fleisch isst. Die Wurststände in der Stadt waren gut besucht. „Besonders in der Mittagspause ist das eine schnelle Sache“, meinten Hanne Böckmann (17 Jahre) und Christian Meier (20 Jahre).

Auf den Punkt brachte es Friedhelm Schmitt: „Gesund ist das, was schmeckt und womit man sich wohlfühlt.“ Das sieht Georg Trenkler aus dem Bio-Markt ähnlich. Bio-Produkte hätten einen guten Geschmack und seien besser verträglich. Im Wein sei weniger Schwefelsäure, die Tomaten und Erdbeeren seien weniger belastet durch Schadstoffe. Der Marktleiter glaubt nicht daran, dass sich die heutigen Männer gesund ernähren. Seine tägliche Beobachtung war: „Frauen sind offener für gesunde Ernährungsformen. Meist sind sie für den Einkauf und das Essen zuständig.“

Ist das Glas Rotwein jetzt in Ordnung oder nicht? Die Franzosen schwören drauf – langes Leben, gesundes Herz und Freude am Leben. Also kann es den Deutschen auch nicht schaden. Nicht geklärt werden konnte die Frage der unterschiedlichen Ernährung. Zwar gibt es die klassischen Fraktionen der Gemüse- und Fleischesser, doch eine klare Zuordnung nach Männern und Frauen ist nicht möglich.